Offener Machtkampf in der HVB-Führungsetage
Menage à trois auf bayerisch

Die HVB-Aufsichtsräte Gerhard Randa und Albrecht Schmidt verbünden sich gegen Vorstandschef Dieter Rampl.

HB FRANKFURT. Es ist nur ein Satz, aber er gleicht einer schallenden Ohrfeige: „Ich habe beim Geschäft und bei der Auswahl des Managements Fehler gemacht. Ein Satz, gesprochen vor wenigen Tagen von Albrecht Schmidt, 67, seines Zeichens Aufsichtsratschef der Hypo-Vereinsbank, auf einer Podiumsdiskussion des Handelsblatts mit den großen alten Herren der deutschen Kreditwirtschaft. Schmidt lächelt tapfer wie seine Gesprächspartner Martin Kohlhaussen von der Commerzbank und Rolf-E. Breuer von der Deutschen Bank. Doch Schmidts Lächeln fällt schmallippig aus, bitter - so wie seine Bilanz.

Das Management, von dem der Aufsichtsratschef so despektierlich spricht, heißt im Klartext Dieter Rampl, 57 - seit 2003 Chef der HVB. Was Schmidt seinem Nachfolger vorwirft, lässt sich in einem einzigen Satz zusammenfassen: Rampl wolle sein Lebenswerk weit unter Preis an die italienische Unicredito verschleudern. Wie Schmidt über die Pläne seines Nachfolgers denkt, weiß die Welt spätestens seit der Aufsichtsratssitzung der HVB am 30. August. Schmidt lehnte das Angebot der Unicredito für die Münchener Bank komplett ab. Einer fehlte, als sich die Aufseher im Neorenaissance-Bau der HVB in der Münchener Kardinal-Faulhaber-Straße trafen. Gerhard Randa, 61, Ex-Chef der HVB-Tochter Bank Austria, war an diesem Tag verhindert. Doch seine schriftliche Stellungnahme ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, von einem „unheilvollen Deal“ ist da die Rede und von drohender Zerschlagung und von Massenentlassungen.

Und so tobt ein kaum noch kaschierter Krieg in der Führungsetage der Münchener Bank. Die alten Herren Schmidt und Randa gegen Rampl. Auf dem Spiel steht nicht nur die Zukunft von Deutschlands zweitgrößtem börsennotiertem Geldhaus, es geht vor allem auch um alte Fehler und den fast schon verzweifelten Versuch, sie in letzter Sekunde noch zu korrigieren.

In der Konzernzentrale der HVB liegen die Büros von Schmidt und Rampl auf einer Etage, getrennt nur durch die Räume des Finanzvorstands. Doch nah waren sich die beiden Manager nie. Zu groß mag der Unterschied zwischen den Charakteren sein. Auf der einen Seite der schlaksige Rampl, der umso lockerer wirkt, je angespannter die Lage ist. Der Bayer mit dem österreichischen Pass pfeift gerne ein Liedchen, wenn er durch die Gänge der HVB zieht.

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