Ohoven: Neid ist die höchste Form der Anerkennung
„Erfolg ist auch animalisch“

Mittelstandspräsident, Finanzprofi und Begleiter auf Wohltätigkeitsgalas: Mario Ohoven, Chef der Investor und Treuhand Beratungsgesellschaft mbH (IT), weiß seine Rollen zu nutzen.

DÜSSELDORF. Er wirkt wie der Präsident eines englischen Clubs oder der Chef einer Privatbank. Die Haare korrekt gescheitelt, dunkelblaues Jackett mit rotem Einstecktuch, darunter ein fein kariertes Hemd mit weißem Kragen. Er thront in einem antiken, grün gesteppten Ledersessel am Kopfende eines ovalen Tisches. Von da aus schaut er auf eine alte Kommode, Ölgemälde mit den ernsten Mienen der Vorfahren und Tischlampen mit schweren Messingfüßen.

Mario Ohoven rückt auf dem Chefsessel nach vorne, hebt den Kopf und spricht: erst über die Osterweiterung und den Frust vieler Mittelständler. Dann über das „Unterbewusstsein als Baustelle des Lebens und Arbeitsraum der Seele“. „Erfolg ist auch animalisch“, philosophiert er und wird schließlich politisch: „Wenn der Mittelständler sich nicht wehrt, wird er weggekehrt.“ Dabei schaut er in die Ferne, als spräche er vor großem Publikum. Aber der Mann sitzt im Konferenzraum seiner Firma Investor und Treuhand Beratungsgesellschaft mbH (IT) in Düsseldorf.

Mario Ohoven ist ein Mann mit vielen Rollen: Einmal der Präsident des Bundesverbandes für Mittelständische Wirtschaft (BVMW), der Politiker hart angeht. Ein anderes Mal der lächelnde Ehemann, der an der Seite von Ute Henriette Ohoven auf Wohltätigkeitsgalas mit den Reichen dieser Welt plaudert. Und als Inhaber der Investor und Treuhand ist er der gerissene Finanzprofi.

Der gelernte Bankkaufmann ist so vielseitig wie umstritten. So geriet erst sein Gerangel mit einem Rivalen um die Verbandspräsidentschaft in die Schlagzeilen und dann der Streit mit dem Ex-Hauptgeschäftsführer des BVMW. „Neid und Missgunst gibt es in keinem Land so wie hier. Da bin ich in guter Gesellschaft“, kommentiert Ohoven leicht säuerlich und streift über die Krawatte mit den Pferdemotiven. „Aber Neid ist die höchste Form der Anerkennung.“

Ob seine Firma und ehemalige Berater deshalb rechtlich belangt werden? Am 3. Juni stehen zwei seiner Ex-Vertriebsleute vor dem Düsseldorfer Schöffengericht. Sie sind wegen versuchten Prozessbetrugs angeklagt. Das Verfahren ist ein Nachspiel zu einem Prozess vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht. Da bekam ein Mühlheimer Rentnerehepaar Recht, weil es sich beim Kauf eines Filmfonds falsch beraten sah.

In einem anderen Fall sollen Ohovens Vermittler bei einem Immobilienprojekt Provisionen erhalten haben, die im Prospekt falsch ausgewiesen waren. Der Bundesgerichtshof hat den Fall an das Oberlandesgericht Düsseldorf zurückgereicht. Der Anwalt der Anleger, Jens Graf, hofft jetzt, die Schadensersatzforderung gegen die Vermittlungsfirma IT durchzusetzen, und hat „die Klage auf Herrn Ohoven erweitert“.

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