OLG-Entscheidung: Anwalt riskiert mit Rat zu aussichtslosem Prozess Honorar

OLG-Entscheidung
Anwalt riskiert mit Rat zu aussichtslosem Prozess Honorar

Ein Rechtsanwalt, der seinem Mandanten zu einem aussichtslosen Prozess rät, riskiert sein Honorar: Das Oberlandesgericht von Rheinland-Pfalz hat die Klage einer Anwaltskanzlei gegen einen Mandanten abgewiesen, der sich nach einem verlorenen Verfahren geweigert hatte, das Honorar zu zahlen.

HB KOBLENZ. Nach dem in der Zeitschrift "OLG-Report" veröffentlichten Urteil hat der Mandant gegen den Anwalt einen Schadenersatzanspruch, den er mit dem Anwaltshonorar verrechnen darf.

Der Mandant war der Auffassung, seine Anwälte hätten ihm zu einem aussichtslosen Rechtsstreit mit einem Geldinstitut geraten. Dem hielten die Anwälte entgegen, sie schuldeten dem Mandanten keinen Prozesserfolg.

Das OLG beurteilte die Sache differenzierter: Die Richter betonten, ein Anwalt sei zu einer umfassenden und erschöpfenden Belehrung seines Mandanten verpflichtet. Dabei habe er auch die Aufgabe, den Mandanten vor möglichen Schäden zu bewahren. Diese Pflicht verletze er, wenn er zu einem erkennbar aussichtslosen Prozess rate.

(Az.: 12 U 315/05)

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