OLG Frankfurt
Preisangaben im Internet können auf einer zweiten Site erklärt werden

Im Internethandel kann es genügen, die notwendige Preisangabe durch einfache elektronische Verknüpfung sicherzustellen, sofern Anbieter den Nutzer hierauf klar und unmissverständlich hinweisen. In dem der Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt zu Grunde liegenden Fall hielten es die Richter für ausreichend, dass ein Händler auf einer Übersichtsseite das Angebot für den Kauf eines Handys für einen Euro vorstellte und die Modalitäten auf einer gesonderten, leicht zugänglichen Seite erläuterte.

Dem verständigen und informierten Endverbraucher sei bekannt, dass es zu einem Preis von einem Euro nur dann ein neues Handy zu kaufen gebe, wenn gleichzeitig ein Mobilfunkvertrag abgeschlossen werde. Der Verbraucher gehe davon aus, dass er weitere Preisangaben zur Kenntnis nehmen müsse, um die Preiswürdigkeit der beworbenen Ware einschätzen zu können.

Die Verknüpfung der beiden Seiten erlaube auch ausreichend einfach eine eindeutige Zuordnung. Der Verbraucher erkenne, dass weitere Preisangaben vorhanden seien, die für die Einschätzung des Angebotes wesentliche Bedeutung hätten. Er könne diese Angaben auf einfache Weise aufrufen und werde in der gebotenen Eindeutigkeit von der Übersichtsseite auf die Angebotsseite hingelenkt.

OLG Frankfurt vom 12.5.2004 ; Az. 6 W 72/04

CR 2005,343

Kontakt: Dr. Peter Schotthöfer

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