OLG Hamburg
Ein gestaltetes, rotes Weinlaubblatt ist urheberrechtsfähig

Ein Unternehmen übernahm die grafische Gestaltung einer Produktverpackung in der Form eines Weinlaubblattes identisch, wenn auch seitenverkehrt, und erhielt, wegen der Verletzung des Urheberrechtes, die Aufforderung, dies zu unterlassen. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamburg befasste sich mit der Urheberrechtsfähigkeit des Weinlaubblattes.

Die Richter kommen zu dem Ergebnis, dass das Weinlaubblatt als Werk der bildenden Kunst urheberrechtsfähig sei. Das Unternehmen habe das Weinlaubblatt von einer Agentur entwickeln lassen, welche das ausschließliche Nutzungsrecht daran übertragen habe. Reine Nachbildungen nach dem Vorbild der Natur könnten allerdings keinen urheberrechtlichen Schutz beanspruchen.

Das vorliegende Werk gehe in seiner Eigenart merklich über die reine Wiedergabe der Natur hinaus. Zwar seien die Blattform, der Stengelansatz und die Blattaderung unmittelbar durch die Natur vorgegeben, nicht jedoch die markannte Schattenbildung, durch die bei der Umsetzung eines dreidimensionalen Gegenstandes in eine zweidimensionale Abbildung die Erhaltung eines räumlich-dynamischen Eindrucks des Blattes gelungen sei.

HansOLG vom 20.3.2004 ; Az. 5 W 35/04

Kontakt: Dr. Peter Schotthöfer

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