OLG Hamburg
Wörterbücher dürfen mit ihrer Wörterzahl nicht irreführend werben

Wirbt ein russisch - deutsch - russisches Wörterbuch mit der Anzahl der Wörter, so geht der Durchschnittsverbraucher davon aus, dass das Wörterbuch diese Wortanzahl enthält und bezieht Abwandlungen und Redewendungen in den beiden Sprachen mit ein. Der Verlag eines Nachschlagewerkes für Deutsch und Russisch hatte mit dem Zusatz: "Enthält 1,5 Millionen Wörter" auf sich aufmerksam gemacht.

Das OLG Hamburg hat jetzt klargestellt: Wörter aus den Übersetzungen (zum Beispiel im russisch - deutschen Teil die deutschen Wörter) sind nicht mitzuzählen. Um Mehrfachzählungen zu vermeiden gilt dies nach Auffassung des Oberlandesgerichts auch für elektronische Wörterbücher, die einzelne Wörter aus den Übersetzungen ihrerseits direkt über Hyperlinks übersetzen. Ergibt eine überschlägige Stichprobe, dass die in der Werbung angegebene Wörterzahl nicht zutreffend sein kann, so muss der Werbende die Richtigkeit seiner Behauptung beweisen.

OLG Hamburg vom 18.3.2004 ; Az. 3 U 364/01


GRUR - RR 2005,205

Kontakt: Dr. Peter Schotthöfer

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