OLG Hamm
Ist ein Kussmund in der Zahnarztwerbung standeswidrig?

Ein Zahnarzt, der sich mit "ästhetischer Zahnheilkunde", "Laser - Behandlung" und "Implantologie " beschäftigte, warb mit der Abbildung eines Kussmundes. Seine Standesvertretung fand dies gar nicht anregend und klagte gegen ihn wegen standeswidriger Werbung.

Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hatte an dieser vermeintlich anstößigen Werbung nichts auszusetzen. Zwar sei einem Arzt standeswidrige Werbung und Anweisung untersagt. Standeswidrig sei Werbung aber nur, wenn sie keine interessengerechte und keine sachangemessene oder irreführende Informationen liefere. Ein Arzt müsse sich in seiner Werbung nicht auf nüchterne Fakten beschränken, auch Sympathiewerbung sei erlaubt.

Im vorliegenden Fall habe der "Kussmund" zwar Aufmerksamkeit erregt, doch sei gerade dieses Sinn und Zweck der Werbung. Durch den " Kussmund " entstehe auch nicht der Eindruck, dass der werbende Zahnarzt sich nicht an medizinischen Notwendigkeiten orientiere. Die Abbildung eines Mundes in der Werbung eines Zahnarztes liege auch nicht völlig fern.

OLG Hamm vom 7.6.2005 ; Az. 4 U 34/05
GRUR RR 2005,S. 396

Kontakt: Dr. Peter Schotthöfer

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