Oligarch Usmanow will sich neues Geschäftsfeld erschließen
Er strebt nach weltweitem Respekt

Alischer Burchanowitsch Usmanow hat große Vorbilder: Bill Gates oder Warren Buffett, Menschen, die über Milliarden Dollar verfügen und dabei Gutes tun. Ein Teilziel hat der 53-Jährige bereits erreicht: Mit einem Vermögen von geschätzten sieben Milliarden Dollar gehört er fast zur gleichen Einkommensklasse wie seine Vorbilder.

MOSKAU. Der Mann, der den Grundstein seines Reichtums auch guten Beziehungen zum staatlichen russischen Gaskonzern Gazprom verdankt, feilt nun an seinem Ansehen. Dabei soll ihm ein neues Geschäftsfeld helfen - die Medien.

So gehört ihm mit der Zeitung "Kommersant" eine der bekanntesten Publikationen Russlands. In einem Interview erklärt er freimütig: Der Kauf sei eine gute Geldanlage, "um mein Image zu verbessern". Auch der deutsche Springer Verlag zeigte nun in Gesprächen Interesse an einer möglichen Kooperation mit "Kommersant". Branchenkenner halten eine Beteiligung an einer einflussreichen Zeitung noch vor den russischen Wahlen aber für höchst unwahrscheinlich. Zumal das Wort "Zensur" immer im Raume steht.

Denn als der Kreml- und Gazprom-nahe Oligarch im September 2006 den liberalen "Kommersant" übernahm, witterten Kritiker sogleich Zensur und Gängelung. Bisher, so berichten Branchenkenner, hat sich Usmanow allerdings aus den redaktionellen Belangen herausgehalten. Er selbst kommentierte das wie folgt: "Ich denke, dass es ein wichtiges Zeichen für Russland ist, wenn sich ein Geschäftsmann, der absolut loyal dem Kreml gegenüber ist, sich nicht in die Redaktionspolitik einmischt."

Doch Usmanows Appetit auf Medien endet nicht beim Gedruckten. So hält er angeblich 50 Prozent am Sport-TV-Kanal 7TV, die Internetzeitung "Gazeta" gehört ihm ebenso. Rund um "Kommersant" soll nun eine Medienholding entstehen mit Webportal, TV und Radio.

Usmanow folgt damit einem Trend: Wladimir Potanin, ebenfalls ein "der Macht" nahestehender Milliardär, baut seine Aktivitäten um: Statt Print setzt er nun verstärkt auf TV-Kanäle und Web-Sites. Und auch Russlands "Alu-Zar" Oleg Deripaska versucht, ein Stück vom boomenden Medienmarkt zu ergattern. Sie alle streben vor allem nach einem: nach internationalem Respekt.

Usmanows Weg nach oben führt zunächst über die sowjetische Elitehochschule MGIMO. Dank seiner exzellenten Verdrahtung kommt er dann zu einem hervorragenden Preis zu Metallurgie-Aktienpaketen und ist heute einer der Großen in Russlands Rohstoffbranche. Nebenbei ist er Generaldirektor der Gazprominvestholding.

Mit dem Segen des Kremls soll Usmanow derzeit angeblich das Übernahmekarussell in der russischen Stahlindustrie anschieben. Er selbst jedenfalls träumt davon, ein eurasisches BHP-Billiton zu schaffen.

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