Oliver Seidl

Finanzchef verlässt Media-Saturn

Finanzchef Oliver Seidl verlässt den Elektronikhändler Media-Saturn und wechselt zut Bahn-Logistiktochter Schenker. Nun drohen schwierige Gespräche mit Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals.
Update: 26.07.2016 - 14:13 Uhr
Finanzchef Oliver Seidl verlässt den Elektronikhändler. Quelle: dpa
Media-Saturn

Finanzchef Oliver Seidl verlässt den Elektronikhändler.

(Foto: dpa)

DüsseldorfBei Europas größter Elektronikhandelskette Media-Saturn wirft Finanzchef Oliver Seidl das Handtuch. Der 53-Jährige verlässt die Media-Saturn-Holding und wird neuer Finanzvorstand der Bahn-Logistiktochter Schenker in Essen, wie die Unternehmen am Dienstag mitteilten.

Heftige Kritik an Seidl hatte in der Vergangenheit der streitbare Media-Saturn-Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals geübt. Erst im Januar hatte er Seidl nahegelegt, das Unternehmen zu verlassen. Kellerhals' Investmentgesellschaft teilte nun mit, sie begrüße den Abschied Seidls. Sie kritisierte zugleich, dass noch kein Nachfolger bereitstehe. „Wir erwarten nun von der Metro, zeitnah Gespräche mit der Convergenta Invest aufzunehmen, um einen neuen CFO konsensual zu bestellen.“

Die Gespräche könnten schwierig werden. Denn die beiden Anteilseigner liefern sich seit Jahren einen erbitterten Machtkampf um das Sagen bei Media-Saturn. Der Milliardär Kellerhals hält zwar nur eine Minderheitsbeteiligung von 21,62 Prozent an Media-Saturn – die restlichen Anteile liegen bei der Metro –, er verfügt aber über umfassende Veto-Rechte. Kellerhals hatte in der Vergangenheit auch immer wieder versucht, Media-Saturn-Chef Pieter Haas aus dem Amt zu drängen. Er sieht den Manager als verlängerten Arm von Metro-Chef Olaf Koch, denn Haas ist zugleich auch Vorstandsmitglied bei dem Düsseldorfer Handelsriesen.

Das sind die beliebtesten Elektronikhändler
Platz 11: Medimax
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Der OC&C Proposition Index zeigt, wie zufrieden Kunden mit Händlern sind. Die Unternehmensberatung OC&C befragte 30.000 Menschen zu den Leistungen von 600 Einzelhändlern. Dabei wird auf Grund von Einzelwertungen zu Preis, Qualität, Auswahl, Einkaufserlebnis, Service und Kundenvertrauen ein Index von 0 bis 100 Punkten erstellt.

Medimax ist eine Tochter der Handelsgruppe Electronic Partner mit 120 Standorten in Deutschland. Die Marke tritt in Form von eigenen Filialen und Franchise-Märkten auf. Auf dem Proposition Index erreicht Medimax einen Wert von 65,5 Punkten.

Quelle: OC&C Proposition Index

Platz 10: Electronic Partner
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Eine weitere Marke des Händlerverbunds Electronic Partner folgt auf Platz 10. Unter dem Namen EP: Electronic Partner betreiben in Deutschland selbstständige Fachhändler ihre Läden. Die Marke erreicht auf dem Index einen Wert von 67,1 Punkten. Ein Wert von 75 Indexpunkten und höher ist laut OC & C als sehr gutes Ergebnis zu werten, Werte unterhalb von 70 würden auf Schwächen in einzelnen Bereichen hinweisen.

Platz 9: billiger.de
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Das Preisvergleichsportal billiger.de war einer der Pioniere im deutschen E-Commerce. Das Portal gehört mit über zwei Millionen Besuchern pro Monat zu den Reichweitenstärksten in Deutschland. Kritiker wenden allerdings ein, dass die Seite tatsächlich nicht alle im Internet verfügbaren Angebote vergleicht, sondern nur von Händlern, die Verträge mit der Plattform abgeschlossen haben. Bei den Kunden erreicht die Plattform billiger.de im Schnitt 69,4 Punkte.

Platz 8: Euronics
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Die Einkaufsgemeinschaft Euronics ist der zweitgrößte Käufer von Elektrogeräten in Deutschland. Zu den Mitgliedern der Genossenschaft zählen Euronics oder Euronics XXL. Die Kunden geben dem Anbieter auf dem Index 70,1 Punkte.

Platz 7: Expert
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Als Handelsgesellschaft „Bild + Ton“ 1962 gegründet, ist die Expert AG heute eine Fachhandelskooperation für Elektronik und IT. Die Unternehmensgruppe, zu der auch ein Versicherungsdienstleister gehört, tritt als Groß- und Einzelhändler auf. Expert erhält von den Kunden im Schnitt 70,8 Punkte.

Platz 6: notebooksbilliger.de
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Notebooksbilliger.de ist ein 2004 gegründeter Online-Versandhändler für Softwareprodukte, Notebooks und andere Elektronikgeräte. Ferner verkauft das Unternehmen, das von 2006 bis 2007 ein eigenes Team im Profi-Radsport hatte, auch einen hauseigenen Energydrink unter dem Namen „Raubtierbrause“. Ob dieser Drink einen nennenswerten Effekt auf die Bewertung mit 71 Punkten hatte, ist nicht bekannt.

Platz 5: Cyberport
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Der zum Burda-Konzern gehörende Händler Cyberport betreibt seit 1999 einen Onlineshop für Elektronikgeräte sowie Hard- und Software. Mittlerweile gibt es auch ein eigenes Ladennetzwerk. Seit 2007 hat das Unternehmen seine Kundenzahl auf 606 Millionen im Jahr 2014 annähernd verfünffacht. Die Kunden bewerten den Händler mit 72,6 Punkten.

Bald könnten sich die Wege von Kellerhals und Koch aber trennen. Denn Koch will den Düsseldorfer Handelsriesen aufspalten, er selbst will Chef eines neuen Konzerns werden, der die Groß- und Supermärkte der Metro umfassen soll.

  • rtr
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