Olympische Winterspiele in Sotschi
Russischer Olympia-Chef tritt zurück

Simeon Weinstock, der im Auftrag der Regierung die Baumaßnahmen für die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 koordinieren soll, hat am Donnerstag überraschend seinen Rücktritt eingereicht. Ein Nachfolger ist bereits bestimmt.

MOSKAU. Der Schritt der Chefs des russischen Staatskonzern Olimpstrosei sei auf eigenen Wunsch erfolgt, hieß es am Donnerstag in Moskau. Sein Nachfolger soll der Bürgermeister von Sotschi werden, Wiktor Kolodjaschnij.

Weinstock hatte lange Jahre den staatlichen Pipelinekonzern Transneft geleitet, bevor ihn Präsident Wladimir Putin im vergangenen September zum Chef der für die Spiele gegründeten Staatskooperation gemacht hatte.

Der Wechsel nach nicht einmal einem Jahr im Amt erfolgt vor zunehmenden Startschwierigkeiten bei dem Prestigeprojekt, das vor allem auch ausländische Investoren locken soll – Baukonzerne wie Strabag stehen bereits Schlange. Experten erwarten eine Explosion der Kosten: Anstelle der einmal veranschlagten zwölf Mrd. Dollar könnten sich die Ausgaben verdreifachen.

Im März hatte Weinstock einräumen müssen, dass die ursprünglichen Schätzungen falsch gewesen seien. Die Aufgabe, vor der Organisatoren und Investoren stehen, ist gewaltig, da es in dem Bade- und Kurort am Schwarzen Meer an der einfachsten Infrastruktur wie zum Beispiel Kanalisation und Müllbeseitigung fehlt. Bis 2014 müssen zudem 46 Verkehrsobjekte, 75 Kilometer Straßen, 100 Kilometer Schienen und 20 Tunnel entstehen.

Bürgergruppen vor Ort bemängeln, dass bis heute kein Entwicklungskonzept für die Stadt vorliegt und dass die für die olympischen Stätten ausgewählten Plätze nicht ausreichend auf ihre Beschaffenheit geprüft worden seien. Sotschi liegt auf einem langen, schmalen Küstenstreifen vor dem Kaukasus Gebirge. Die Bauprojekte sollen zum Teil auf einem Niveau unterhalb des Meeresspiegels entstehen.

Hinzu kommt, dass die Umsiedlung von Anwohnern offenbar wegen ihres zunehmenden Widerstands teurer werden dürfte. Aus Industriekreisen – der Kreml hat eine Reihe von Oligarchen verpflichtet, in der Region Sotschi zu investieren – kommt zudem Klage über die Ineffizienz der Organisation vor Ort sowie die steigende Korruption.

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