„Open Innovation“
Die Welt ist das Labor

Der Blick in die Zukunft gehört für Forschungsabteilungen zum Alltag, allerdings ist der Ausblick oft auf die eigene Branche begrenzt. Mit der sogenannten "Open Innovation" erweitert Bayer Material Science diesen Tellerand mittels eines Workshops, bei dem sich Unternehmen für externes Wissen öffnen.

DÜSSELDORF. Es ist ein ungewöhnlicher Kreis, der sich mehrmals im Jahr im Raum Leverkusen trifft und einen Blick in die Zukunft wagt. Wie werden wir in 20 Jahren wohnen? Was kommt nach CD und DVD als Speichermedium? Womit werden sich die Menschen fortbewegen?

Über solche Fragen brüten dann ein paar Tage lang nicht etwa professionelle Zukunftsforscher, sondern Manager aus ganz unterschiedlichen Branchen: Kunststoffspezialisten, Bauexperten, Logistiker, Architekten oder IT-Fachleute gehören dazu. Ihr Ziel: Wissen austauschen und Szenarien entwickeln, um daheim in ihren Firmen den Entwicklungsabteilungen neue Denkanstöße zu geben.

"Creative Center" nennt sich die Idee, mit der der Kunststoffhersteller Bayer Material Science (BMS) neue Produktideen und Geschäftschancen aufspüren will. Den Leverkusenern geht es um das, was in zehn bis 15 Jahren den Markt bestimmen könnte: Nanotechnik, Robotik und Holografie etwa. "Wir wollen die großen, branchenübergreifenden Entwicklungen im Auge behalten", erläutert Manfred Rink, Leiter des Bereichs New Business bei BMS.

Dabei will sich Bayer längst nicht mehr allein auf das interne Wissen verlassen und hat deswegen unter anderem ein Netzwerk mit Unternehmen aus anderen Branchen aufgebaut. "Open Innovation" heißt der Trend. Unternehmen öffnen ihre Forschungs- und Entwicklungsabteilungen für externes Wissen. Das Motto lautet: Einst war das eigene Labor die Welt, heute muss die Welt das Labor sein.

Die Treiber dieses Trends: Firmen müssen mit neuen und im Idealfall bahnbrechenden Produkten in immer kürzeren Zyklen auf den Markt kommen. Doch das kostet viel Geld. Zugleich werden die Produkte immer komplexer. "Das zwingt Unternehmen dazu, intensiv nach neuen Wegen zu suchen, wie man mehr Wissen ins Unternehmen holen kann", erläutert Ellen Enkel, Open-Innovation-Expertin am Institut für Technologiemanagement der Uni St. Gallen.

Eine Strategie: Fast alle Firmen versuchen mittlerweile, ihre Kunden enger in ihre Forschung und Entwicklung einzubinden, und dazu liefert ihnen das Internet neue technische Möglichkeiten, zum Beispiel über Communities. Weniger verbreitet ist die branchenübergreifende Kooperation wie im "Creative Center" von Bayer Material Science.

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