Oracle-Chef Larry Ellison
Larry kann es nicht lassen

Er ist wieder da. Nachdem Larry Ellison, Oracle-Chef und Enfant terrible der Softwareindustrie, über Monate nur mit Routine-Informationen über Quartalszahlen aufwarten konnte, meldet er sich nun mit Schlagzeilen zurück: Der extravagante Oracle-Chef kauft zu – dieses Mal Hyperion.

FRANKFURT. Für 3,3 Milliarden Dollar in bar übernimmt er Hyperion. Der Software-Spezialist bietet so genannte Business-Intelligence-Programme an, um Geschäftsentwicklungen zu analysieren.

Immer wieder hat der 62-Jährige mit dem stets auf Drei-Tage-Länge gestutzten Bart in den zurückliegenden Jahren Firmen gekauft. Darunter waren so dicke Brocken wie Peoplesoft – alleine schon 10,6 Milliarden Dollar schwer – und Siebel. Sein Ziel war und ist stets das gleiche: Ellison will partout den deutschen Erzrivalen SAP einholen. Doch auch nach Ausgaben von über 20 Milliarden Dollar – so richtig ist der schlanke und sportliche Oracle-Chef bislang nicht weitergekommen.

Das Unternehmen ist eigentlich mit Datenbank-Software groß geworden, die noch heute den größten Umsatz und Ertrag bringt. Ellison baute zwar das Geschäft mit Programmen aus, die betriebliche Abläufe steuern. Doch jenseits der Effekte aus den Zukäufen fehlt dem Geschäft der Schwung. So kam Oracle beim Lizenzwachstum, also dem Verkauf von neuen Softwareprogrammen, im letzten Quartal nur auf ein recht bescheidenes Plus von einem Prozent.

Doch Ellison ficht das alles nicht an. Der schon mal von Rivalen als „Playboy“ oder „Großmaul“ beschimpfte Software-Star hält unbeirrt an seiner Einkaufsstrategie fest. Ganz offen diskutierte er im vergangenen Frühjahr darüber, den Software-Konkurrenten Novell zu übernehmen. Mahnungen von Branchenexperten, sich bei all den Zukäufen nicht zu verheben, schießt er grundsätzlich in den Wind.

Sowieso perlt Kritik an ihm ab wie Wasser an frisch imprägnierten Schuhen. „Man gewöhnt sich daran, wenn man in der Öffentlichkeit steht“, kommentierte er vor einiger Zeit die Schlagzeilen über ihn. Und, fügte er hinzu, die guten Geschäfte beeinträchtige das Geschreibe und Gerede schon gar nicht.

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