Otto Happel
Zäher Knochen mit Unternehmergeist

Da dürfte sich so mancher Beobachter verwundert die Augen gerieben haben. Otto Happel, Milliardär, Unternehmer und streitbarer Investor, ist wieder da. Für rund 70 Millionen Euro übernimmt er 4,25 Prozent der Anteile am Solarunternehmen Conergy – mit der Option, später auf 25,1 Prozent aufzustocken.

FRANKFURT. Ein mutiger Schritt, schließlich steht Conergy mächtig unter Druck. Doch wer Happel kennt, hat geahnt, dass ihm seine Hobbys, das Segeln oder das Anwesen auf den Seychellen, zwar Spaß, aber kaum Erfüllung bringen. Und so war klar, dass der 59-Jährige nach seinem Ausstieg bei der GEA im März vergangenen Jahres wieder auftauchen würde.

Was genau er mit Conergy vorhat, das weiß derzeit keiner. Aber Happel ist ein echter Unternehmer. Schon mit 26 Jahren, unmittelbar nach der Promotion in Ingenieurwissenschaften, übernimmt er bei GEA den Chefsessel. Sein Vater war 1948, dem Geburtsjahr von Otto Happel, gestorben, seine Mutter hatte die Geschäfte seitdem geführt.

Happel baute das Unternehmen aus und verkaufte es 1999 an die ehemalige Metallgesellschaft und damalige MG Technologies, und er wurde Aktionär der MG. Zwar machte der Deal den stets sehr vorsichtigen und misstrauischen Happel reicher, doch nicht unbedingt glücklicher. Schnell geriet er mit MG-Chef Kajo Neukirchen aneinander. Die beiden harten Knochen bekämpften sich bis aufs Messer, am Ende gewann Happel.

Doch auch mit Neukirchens Nachfolger Udo Stark gab es mächtig Streit. Er musste ebenso am Ende gehen. Das wird dem interimistischen Conergy-Chef Dieter Ammer wohl nicht blühen. Er dürfte Happels Wunschkandidat sein, schließlich ist er zugleich Chefkontrolleur bei GEA.

Doch eines ist schon heute klar: Happel wird genau darauf achten, was aus seinem Investment wird. Dass er dabei eine gewisse Penetranz entwickeln kann, hat er in der Vergangenheit ausreichend bewiesen.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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