Otto von Habsburg
Abschied mit Schützen, Fahnen und Salut

Schützenabordnungen in bunten Monturen, donnernde Salutschüsse und viele Fahnen - in bayerisch-österreichischer Tradition haben Familie, Freunde und Einheimische Abschied von Otto von Habsburg genommen.
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PöckingMit einem Gottesdienst und Mozart-Requiem hat am Samstag in Pöcking am Starnberger See das Abschiednehmen vom österreichischen Kaisersohn Otto von Habsburg begonnen. Zu dem Requiem in der Kirche St. Ulrich kamen vor allem Familienmitglieder und Einheimische aus Habsburgs Wohnort Pöcking. Zu den mehreren hundert Trauergästen zählten Vertreter des bayerischen Hauses Wittelsbach, darunter Luitpold Prinz von Bayern, und
anderer Adelsgeschlechter.

Der Sohn des letzten regierenden Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn war am Montagmorgen im Alter von 98 Jahren in seinem Haus in Pöcking gestorben. Von politischer Seite erwiesen Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon und Bundesagrarministerin Ilse Aigner (beide CSU) dem langjährigen CSU-Politiker und Abgeordneten des Europaparlaments die letzte Ehre. Fahnen-Abordnungen zahlreicher Vereine, Studentenverbindungen und der Gebirgsschützen bildeten ein Ehrengeleit.

Den Gottesdienst zelebrierte der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa, sein Vorgänger Walter Mixa wirkte als Konzelebrant. Papst Benedikt XVI. hatte ein Beileidsschreiben geschickt. Darin würdigt er Otto von Habsburg als großen Europäer, der sich „unermüdlich für den Frieden, das Miteinander der Völker und eine gerechte Ordnung auf diesem Kontinent eingesetzt hat“. Otto von Habsburg saß von 1979 bis 1999 für die CSU im Europäischen Parlament und war Ehrenpräsident der Internationalen Paneuropa-Union.

Auch Zdarsa sprach in seiner Predigt vom Wirken Habsburgs „für Gerechtigkeit und Frieden der Völker“. Unvergessen werde ihm bleiben, wie Otto von Habsburg 600 DDR-Bürgern zur Flucht in die Freiheit verholfen habe, sagte der damals in der DDR wirkende Priester. Ehe der Sarg - bedeckt mit der Fahne in den alten Reichsfarben schwarz und gelb sowie dem Habsburger Wappen - vor der Kirche in einen Leichenwagen geschoben wurde, schossen Gebirgsschützen mehrfach Salut. Am Montag gibt es dann ein Pontifikalrequiem in der Münchner Theatinerkirche mit dem Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx. Von dort aus wird der Sarg in den österreichischen Wallfahrtsort Mariazell gebracht und mit dem der 2010 gestorbenen Frau Otto von Habsburgs, Regina, zusammengeführt.

Die größte Trauerfeier mit mehr als 1000 Gästen wird am 16. Juli in Wien stattfinden, wenn der Sohn des letzten Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn in der Kapuzinergruft beigesetzt werden soll. Das Herz des 98-Jährigen wird nach Habsburger Familientradition getrennt in Ungarn beigesetzt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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