Pannenflughafen BER
Mehdorn geht – und bedauert den eigenen Rücktritt

Er sollte den Flughafen nach mehreren Terminabsagen ans Netz bringen, jetzt aber gibt Mehdorn den Chefposten ab. Nur drei Tage, nachdem er einen Eröffnungstermin genannt hat. Und: der Flughafen dürfte noch teurer werden.
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SchönefeÜberraschender Rücktritt am neuen Hauptstadtflughafen: Geschäftsführer Hartmut Mehdorn will sein Amt abgeben. Er biete an, die Aufgabe noch auszuüben, bis ein Nachfolger gefunden ist, längstens bis zum 30. Juni 2015, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Mehdorn begründete die Entscheidung mit Spekulationen um seine Person im Umfeld des Aufsichtsrats, die das vertretbare Maß überstiegen. „Ich bedauere meinen Rücktritt persönlich sehr, da er weder meinem Pflichtbewusstsein noch meinen persönlichen Zielen entspricht.“ Der Schritt sei in Abwägung der Gesamtlage notwendig geworden.

Zudem schließe sich mit der Festlegung auf eine Eröffnung des Flughafens im zweiten Halbjahr 2017 für ihn ein Kreis. Die Baustelle, die er im März 2013 im Chaos übernommen habe sei nun geordnet.

In den vergangenen Wochen hatte es Medienberichte gegeben, wonach das Verhältnis zwischen Mehdorn und den Gesellschaftern aus Bund und Ländern tief zerrüttet sei und sein ursprünglich bis März 2016 laufender Vertrag nicht verlängert werden solle. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte am Montag, Mehdorn sei es gelungen, „den Prozess der Inbetriebnahme des BER wieder in die richtige Spur zu bringen“. Er hätte sich zwar einen schnelleren Bau und „weniger Schlagzeilen“ gewünscht, dennoch sei die Leistung Mehdorns unbestritten. Sein angekündigter Rückzug verlange „Respekt“.

Der Vorsitzende der Berliner Grünen, Daniel Wesener, forderte hingegen den sofortigen Rücktritt Mehdorns. „Wenn Hartmut Mehdorn gehen will, sollte er es im Sinne des BER gleich tun“, sagte Wesener dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). Seine Ankündigung bedeute, dass er sich zwar langfristig zurückziehen, aber noch ein halbes Jahr weiterwursteln wolle. Das bedeute aber weitere sechs Monate Stillstand, Streit mit den Gesellschaftern und keinen verlässlichen Eröffnungstermin.

Wesener betonte, dass Mehdorn schon lange nicht mehr Teil der Lösung, sondern der Probleme am BER sei. Das Verhältnis zwischen ihm und den Mitgliedern im BER-Aufsichtsrat sei völlig zerrüttet. „Umso bemerkenswerter ist, dass die verantwortlichen Politiker in Berlin und Brandenburg nicht selbst den Mut hatten, sich kurzfristig vom Flughafenchef zu trennen“, sagte der Grünen-Politiker.

Kommentare zu " Pannenflughafen BER: Mehdorn geht – und bedauert den eigenen Rücktritt"

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  • >> Mehdorn geht – und bedauert den eigenen Rücktritt >>

    Noch einer der abgesahnt ( Steuergelder ) und sich saniert hat.

    War wohl noch zu wenig, deswegen das Bedauern.

    Geiz ist Geil !!!

  • Der Berliner Flughafen...ein Versagen der gesamten deutschen Politik gegenüber dem Volk!
    Den gleichen Schaden fügt die Politik mit der Energiewende/EEG und dem ESM dem deutschen und europäischen Volk zu!

    EEG/ESM/BER = erst kommt die Lüge, dann der Betrug/Selbstbetrug, danach folgt der Mangel und zum Schluss kommt die Armut über unser Volk.

    Wählt endlich diese Volksverräter/Vernichter der etablierten Bundestagseinheitspartein und diesen Merkel-Napoleon ab. Danke!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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