Paolo Fiorentino, Unicredit
Profumos Vorarbeiter

Paolo Fiorentino wirkt nicht wie ein Mann, der bei einer europaweit operierenden Bank die groben Arbeiten verrichtet. Die Nummer zwei bei Unicredit hinter Alessandro Profumo fügt sich jedoch gern in die Rolle als Macher im Hintergrund, auch wenn ihm dabei oft unpopuläre Aufgaben zufallen.

MÜNCHEN. Es ist nicht leicht, die Nummer zwei zu sein. Erst recht nicht, wenn die Nummer eins Alessandro Profumo heißt. Am vergangenen Donnerstag, auf dem Capital Markets Day der Unicredit in Mailand war natürlich Profumo der Mann für die großen Botschaften. Gleich dahinter kam wie fast immer: Paolo Fiorentino. Das ist nicht nur kommunikativ eine ziemlich undankbare Aufgabe. Erschwerend kommt hinzu, dass Fiorentino qua Amt im Hintergrund wirkt, was bei einem Bankkonzern wie Unicredit wortwörtlich zu nehmen ist. Sein Reich ist das Backoffice. Gerade deshalb ist der 51 Jahre alte Italiener als Chef des Global Banking Services so etwas wie der Innenarchitekt im gewaltigen europäischen Umbauprozess, den Profumo spätestens mit der Übernahme der Münchener HypoVereinsbank in Gang gesetzt hat.

Wie ein Mann fürs Grobe schaut der gebürtige Neapolitaner nicht aus. Er passt in das Bild, das man sich nördlich der Alpen gern vorstellt: eher klein, drahtig, bronzen die Haut und dunkel die Augen. Letztere wandern unruhig umher – wie der wippende rechte Fuß.

Allein in Deutschland hat die Dienstleistungssparte der HVB unter Fiorentino und seinem deutschen Partner, dem HVB-Vorstand Matthias Sohler, fast 2 500 der 6 000 Jobs abgebaut. „Wir haben hier eine extrem hohe Komplexität vorgefunden“, sagt Fiorentino mit Blick auf frühere HVB-Zeiten.

Was folgte, war ein für die deutsche Bankenlandschaft einmaliger Aufräumprozess. „Unser Ziel ist eine globale Aufstellung unserer gesamten Bankinfrastruktur“, sagt Fiorentino. Vor kurzem hat die HVB daher auch ihr Wertpapierverwahrgeschäft sowie die Wertpapierabwicklung an die französische Caseis abgegeben. Weitere fast 500 HVB-Mitarbeiter bekommen einen neuen Arbeitgeber.

Für die HVB als Teil der Unicredit ist das ein riesiger Schritt bei der Umstrukturierung. „Es ist schon erstaunlich, wie viel sich in den gerade einmal zwei Jahren seit der Bekanntgabe der Fusion verändert hat“, sagt Fiorentinos Kollege Matthias Sohler. Der deutsche hat den Verkauf an die Franzosen maßgeblich verhandelt, Fiorentino soll noch etwas mit ihm vorhaben.

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