Pareton-Gründer Matthias Raisch
Plötzlich im Wahlkampf

Der CDU-Politiker Jens Spahn ist wegen eines Investments in die Kritik geraten. Matthias Raisch, Gründer des Start-ups Pareton, verliert nun einen Teilhaber. Aber es bringt mitten im Wahlkampf unverhofft Aufmerksamkeit.
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BerlinDafür, dass er gerade einen Investor verloren hat, wirkt Matthias Raisch ziemlich gelassen: „In meiner Situation ist jede Publicity gut“, erklärt der Gründer aus dem schwäbischen Ingersheim. Die Besucherzahlen auf seiner Webseite sind sprunghaft gestiegen, seit der CDU-Politiker Jens Spahn, Staatssekretär im Finanzministerium, angekündigt hat, seinen Anteil an Raischs Firma Pareton verkaufen zu wollen. Spahn hatte 12.500 Euro investiert – und dafür staatliche Zuschüsse in Höhe von 20 Prozent beantragt. Die Opposition hatte Spahn vorgeworfen, Interessen zu vermischen. Der Staatssekretär ist auch für die Regulierung von Fintechs zuständig.

Pareton hat eine Software namens Taxbutler entwickelt, die die Steuererklärung vereinfachen soll. Der Nutzer kann seine Belege fotografieren und hochladen, Taxbutler überträgt die Daten automatisch in das elektronische Steuerformular Elster. „Pfiffig“, verteidigte Spahn die Idee zunächst. Als die Kritik nicht verstummte, gab er klein bei. Das Ministerium hatte erklärt, dass kein Verstoß gegen die Regeln vorläge.
Für Raisch ist das alles bloß Wahlkampfgetöse. Er habe nie einen Vorteil aus dem Investment des Politikers gezogen, sagt er. Er habe ihn nur ein einziges Mal getroffen. „Das Steuerrecht war kompliziert, bevor Herr Spahn Staatssekretär wurde“, sagt Raisch. „Und das wird es auch nach Herrn Spahn noch sein.“

Raisch hat 20 Jahre in der Versicherungsbranche gearbeitet, davon 14 bei der Allianz, bevor er sich vor drei Jahren im Alter von 44 selbstständig machte. Knapp über tausend Kunden hat seine Software bereits, Zielgröße seien zwei bis drei Millionen, betont Raisch. Um mehr Geld in Marketing investieren zu können, hat er kürzlich erst 300 000 Euro über Crowdfunding eingesammelt.

Anfangs hat er auch mal versucht, einen staatlichen Zuschuss zu bekommen – ohne Erfolg. „Es wäre schön“, sagt Raisch, „wenn Gründer in Deutschland genauso leicht und unbürokratisch an Zuschüsse kämen wie Investoren.“

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