Patriarch auf dem Rückzug
Michael Hilti: Nicht mit dem Kopf durch die Wand

Michael Hiltis Name ist auf jeder Baustelle bekannt, nicht zuletzt als Bezeichnung für den roten Koffer, der dort niemals fehlt. Hilti gilt als klassischer Patriarch – und will nach seinem 60. Geburtstag dennoch kürzer treten.

ZÜRICH. Der Mann, der heute 60 Jahre alt wird, geht als klassischer Patriarch durch: akkurat gestutzter Schnurrbart, fester Blick, klare Sprache, so tritt Michael Hilti auf.

Sein Name steht nicht zuletzt für jenen roten Koffer, der auf keiner Baustelle fehlt. Den jeder Arbeiter wie seinen Augapfel hütet und der so begehrt ist, dass er in Fernost millionenfach kopiert wird. Er enthält oft eine Bohrmaschine, eine, mit der sich durch dicke Wände gehen lässt. Eine, die inzwischen aus Angst vor Dieben mit einer Art Wegfahrsperre ausgerüstet ist. Nur der rechtmäßige Besitzer kann sie starten, auch eine Innovation aus dem Hause Hilti.

Durch die Wand gehen – das ist eine Eigenschaft, die Patriarchen mitunter zugeschrieben wird. Michael Hilti allerdings ist anders. „Es darf keine Primadonnen geben“, sagt der Chef des Verwaltungsrats. Eine Riesenfete zum Geburtstag heute am Unternehmenssitz in Liechtenstein würde da kaum passen.

Als sein Vater 1972 einen Herzinfarkt erlitt, hatte Sohn Michael gerade das Studium beendet. Der Papa bildete einen Vorstand aus zwei internen und einem neuen Manager und holte den Sohn als Assistenten ins Unternehmen. „Da habe ich gelernt, wie man es nicht macht“, erinnert sich Michael Hilti. Der Streit um die Nachfolge seines Vaters führte zu jahrelangen Grabenkämpfen.

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