Paul Achleitner: Der Schattenmann der Deutschen Bank

Paul Achleitner
Der Schattenmann der Deutschen Bank

Der neue Aufsichtsratschef Paul Achleitner ist ein Teamplayer. Aber klar ist auch: Wenn die Doppelsitze Jain/Fitschen bei der Deutschen Bank scheitert, wird aus dem Dritten im Bunde die Nummer eins.
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Frankfurt/MünchenAn diesem Tag muss er noch zuschauen. Paul Achleitner saß gestern während der Hauptversammlung der Deutschen Bank in der ersten Reihe im Plenum der Frankfurter Festhalle, als Noch-Aufsichtsratschef Clemens Börsig die Tagesordnung eröffnet. Demnächst wird Achleitner hier die Regie führen - mit Ablauf der gestrigen Hauptversammlung übernahm er die Geschäfte von Börsig. Und steht nun vor einem schwierigen Erbe.

Das Institut, das der Österreicher nun kontrolliert, ist zwar gut durch die Finanzkrise gekommen, aber hat durch Machtquerelen von sich reden gemacht. Achleitners Mission ist deswegen ebenso schwierig wie klar: die Topmanager einen, die Außendarstellung der Bank aufwerten und dafür sorgen, dass Ruhe einkehrt im größten deutschen Geldhaus.

Ganz schön viel für einen Neuling. Aber viele Beobachter sind sich einig: Wenn es einer schafft, dann Achleitner.

Der Österreicher hat sich bisher bewusst auf Distanz zum neuen Arbeitgeber gehalten - schon aus aktienrechtlichen Gründen. Im Hintergrund aber hat er die anderen Aufsichtsräte getroffen und häufig mit den neuen Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen gesprochen. Eines von Achleitners Zielen ist klar: weniger One-Man-Show und Machtkämpfe bei der Deutschen Bank, mehr Teamgeist. Ihm ist die Kultur wichtig - es wird wohl ein kooperativerer Stil einkehren.

Zudem will Achleitner dafür sorgen, dass die Bank wieder den Ruf bekommt, der ihr seiner Einschätzung nach zusteht. Die Deutschen sollten stolz auf ihre Deutsche Bank sein. Achleitner könnte der Richtige sein, diesen Stolz wieder herzustellen. Jedenfalls hinterlässt er bei seinem bisherigen Arbeitgeber Allianz ein bestelltes Feld. Er trieb die Entflechtung der Deutschland AG voran und sorgte zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden Michael Diekmann dafür, dass die Allianz stabil durch die Finanzkrise kam.

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Achleitner ist in Finanzszene gut vernetzt

Kommentare zu " Paul Achleitner: Der Schattenmann der Deutschen Bank"

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  • ist das nicht der mit dem Dresdner Bank Desaster?
    Rolf Kunisch

  • Damit der Schattenmann nicht mehr der Schattenmann bleibt, hier schon mal einen Eindruck. Da er ja schon finanziell ausgesorgt hat, bin ich gespannt auf die nächste Hauptversammlung. Ich erwarte eine mehr transparante deutsche Bank mit einer klaren Roadmap wie Innovationen (technisch & gesellschaftlich) gefördert werden können.

    http://www.youtube.com/watch?v=iMpvtvPJ4Po

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