Paul Lerbinger
Investmentbanker wird neuer Chef der HSH Nordbank

Offenbar hat die HSH Nordbank einen neuen Vorstandschef gefunden. Der Aufsichtsrat hat Paul Lerbinger bei einer Sondersitzung zum Nachfolger des umstrittenen Dirk Jens Nonnenmacher bestimmt. Der Investmentbanker ist Chefkontrolleur Hilmar Kopper gut bekannt.
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HB HAMBURG. Die krisengeschüttelte HSH Nordbank einen Nachfolger für ihren in Ungnade gefallenen Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher gefunden. Der Aufsichtsrat hat auf Vorschlag des Chefaufsehers Hilmar Kopper den Investmentbanker Paul Lerbinger gewählt. Dieser solle ab dem 1. April 2011 die Geschicke der Landesbank leiten, bestätigte die HSH am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung.

Lerbinger leitete zuletzt das Investmentbanking für die Citigroup in Deutschland. Im Sommer hatte sich der im Allgäu aufgewachsene Banker aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen und sich in den Aufsichtsrat der kleinen Frankfurter MainFirst Bank wählen lassen. Lerbinger arbeitete mehr als 20 Jahre als Investmentbanker, in führender Position bei der damals von Kopper geführten Deutschen Bank und seit 2003 bei der Citigroup, bei deren Deutschland-Tochter er stellvertretender Vorstandschef war.

Nonnenmacher war nach riskanten Finanztransaktionen und diversen Affären in die Kritik geraten. Nach nicht enden wollenden Berichten über Ausspähungsvorwürfe hatten die beiden Haupteigner Hamburg und Schleswig-Holstein, die 85 Prozent an der HSH halten, Nonnenmacher das Vertrauen entzogen und Kopper aufgefordert, eine Trennung herbeizuführen. Der Aufsichtsratschef hatte Nonnenmacher bis zuletzt die Stange gehalten, der die Bank aus der Krise geführt habe. Der intern „Dr. No“ genannte Nonnenmacher soll die HSH Nordbank noch bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses betreuen.

Bei einer Auflösung von Nonnenmachers bis Oktober 2012 laufenden Vertrages stünde ihm eine Auszahlung von mehreren Millionen Euro einschließlich Altersversorgungsansprüchen zu.

Bankkreisen zufolge streben die Eigentümer eine Zahlung unter Vorbehalt an. In den Vertrag solle ein Rückerstattungsklausel für den Fall aufgenommen werden, dass Nonnenmacher später wegen Straftaten verurteilt werden sollte. Bereits die Zahlung einer millionenschweren Halteprämie an Nonnenmacher im vergangenen Jahr hatte für erheblichen Wirbel gesorgt.

Kommentare zu " Paul Lerbinger: Investmentbanker wird neuer Chef der HSH Nordbank"

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  • Da wird der bock zum Gärtner gemacht. Für alle wäre es besser gewesen, diesen kriminellen Kopper einen Kopf kürzer zu machen. Man kann den Eindruck bekommen die HSH sei das Privateigentum von diesem Kopper und die Verluste gehören dem Steuerzahler. Die korrupten Politiker mischen hier kräftig mit.

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