Per Hornung Pedersen
Diener zweier Herren

Per Hornung Pedersen versucht bei Repower den schwierigen Spagat zwischen den Mitarbeitern und dem Großaktionär Suzlon.

FRANKFURT. Per Hornung Pedersen gibt ganz den Diplomaten. Von einem Ausverkauf deutscher Technik oder der Dominanz eines Aktionärs will der Chef von Repower nichts wissen. Großaktionär Suzlon werde wie jeder andere Anteilseigner behandelt, bekräftigt der Chef des Windkraftanlagenbauers. Das Misstrauen hat einen Grund: Die indische Suzlon stockt in dieser Woche ihre Beteiligung an der Hamburger Firma auf 91 Prozent auf.

Herr im Hause sind sie damit aber nicht, denn einen bereits vereinbarten Beherrschungsvertrag musste Repower auf Druck der Kreditgeber auflösen. Zu groß war deren Furcht vor einem Kapitalabfluss nach Asien. Auch im Unternehmen sehen einige den neuen Großaktionär skeptisch: Hat sich Repower doch zu einem der führenden Anbieter von technologisch hochentwickelten Offshore-Windkraftanlagen hochgearbeitet.

In Medien wurde schon von einem drohenden Technikdiebstahl der Inder spekuliert. Und Pedersen könnte das trojanische Pferd sein, so der Verdacht. Denn der Däne war vor seiner Zeit an der Waterkant bei Suzlon und gilt als Vertrauter von dessen Gründer Tulsi Tanti, der im Aufsichtsrat von Repower sitzt.

Seit seinem Amtsantritt im Januar vergangenen Jahres steht Pedersen zwischen den Fronten und muss vermitteln. Und er bemüht sich, die Unabhängigkeit von Repower zu betonen. "Suzlon hat bei uns keine Sonderstellung", sagt der jugendlich wirkende 55-Jährige und handelt entsprechend. Als Repower einmal mit einer Rotorblatt-Lieferung von Suzlon nicht zufrieden ist, verkündet er dies - sehr zum Ärger der neuen Mutter - öffentlich.

Die harte Vorgehensweise traut man Pedersen auf den ersten Blick nicht zu. Mit der eckigen, dunklen Brille, die er nur fürs Foto schon mal ablegt, wirkt er eher wie ein Schriftsteller als ein Manager. Mit Stationen bei NEG Micon, Vestas und Suzlon gilt er aber in der Branche als einer der erfahrensten Vorstände und obendrein als ein loyaler. Spricht der Skandinavier über frühere Arbeitgeber, dann betont er, was diese für gute Unternehmen sind.

Deutschland ist für den sprachbegabten Dänen - sein Deutsch ist fehlerfrei - kein unbekanntes Terrain. Bereits in jungen Jahren schicken ihn seine Eltern zu einem befreundeten Ehepaar nach Deutschland, in deren Unternehmen er mehrere Stationen durchläuft. In Hamburg fühlt sich Pedersen wohl. Mittlerweile ist auch seine Frau in die Hansestadt gezogen. Ein Zeichen, dass der Manager dauerhaft an der Elbe bleiben will.

Auch wenn Suzlon sich zur weiteren Vorgehensweise bedeckt hält, im Umfeld des Unternehmens wird erwartet, dass die Inder Repower komplett übernehmen werden. "Nur bei einer kompletten Integration können optimal Synergien gehoben werden", heißt es. Die Kosten dafür werden auf 150 Millionen Euro geschätzt.

Es ist offen, wann ein Übernahmeangebot für die verbliebenen Aktien kommt. Denn schon den Kauf des letzten Aktienpakets von der portugiesischen Martifer kann Suzlon nur mit einem Privatdarlehen der Familie Tanti stemmen. Sie muss dazu vier Prozent von Suzlon verkaufen.

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