Perfektionismus ist seine Marotte
Verpoorten: Hier nennt mich jeder einfach "Chef"

Das Handelsblatt im Gespräch mit William Verpoorten, 46, Geschäftsführer in fünfter Generation beim Eierlikörproduzenten Verpoorten in Bonn.

Erklären Sie in einem Satz, was Ihr Unternehmen tut?

Menschen mit dem "Gelben Klassiker", dem weltweit beliebtesten Eierlikör, beglücken.

Wann beginnen Sie morgens mit der Arbeit?

Um 7.45 Uhr muss ich die diversen PINs und Passwörter parat haben. Erst danach beginnt der Arbeitsalltag.

Tee oder Kaffee?

Weder noch, ein leckerer Cappuccino tut's auch!

Wie würden Sie sich als Chef beschreiben?

Offen, rastlos, loyal, humorvoll, ungeduldig.

. . . und was würden Ihre Mitarbeiter antworten?

Zumindest etwas Ähnliches.

Was bringt Sie in Harnisch?

Dienst nach Vorschrift. Wenn pünktlich um 17.15 Uhr einem der Bleistift aus der Hand fällt und ich ihn später suche - weil endlich Ruhe zum Arbeiten und Diskutieren ist, dann bekomme ich einen Affen.

Verraten Sie uns eine Marotte?

Perfektionismus, aber nicht in seiner stringentesten Auslegung.

Was möchten Sie gerne machen, wenn Sie in Ruhestand gehen?

Als begeisterter Harley-Davidson-Fan mit meiner Maschine quer durch Kanada reisen. Oder am Sylter Weststrand an Buhne 16 segeln auf der Suche nach der Sexwelle.

Kennen Sie Ihren Spitznamen im Unternehmen?

Wieso Spitznamen? Hier nennt mich jeder einfach "Chef". . .

Was war Ihr erstes Passwort?

Ich vergesse sogar meine aktuellen Passwörter. Wie soll ich mich da an mein erstes erinnern? Eins meiner ersten war jedenfalls eieiei.

Welches ist Ihre Lieblings-Internetseite?

Heute schon gegoogelt? (Anm. der Red.: www.google.de, die Internet-Suchmaschine)

Wie viele Stunden verbringen Sie im weltweiten Netz?

In welchem? Das Netz unseres Familienunternehmens hält mich permanent umschlungen. Aber im Internet bin ich täglich 30 Minuten - zur Konkurrenzbeobachtung.

Was haben Sie zuletzt im Internet geordert?

Eine Flugreise bei der Deutschen BA bei www.flydba.de.

Welches ist Ihr elektronisches Lieblingsspielzeug?

Schon mal von einer Eier-AufschlagMaschine gehört? Die gibt es bei uns tatsächlich.

Und welches elektronische Spielzeug halten Sie für total überflüssig?

Ich halte technische Spielereien für total überflüssig. Das gilt besonders für diverse Handy-Extras wie Farb-Display oder MMS. So etwas braucht kein Mensch.

Wie lange haben Sie gebraucht, um Ihr Handy zu beherrschen?

Mein Handy beherrscht mich. Es handelt sich um ein Nokia 6310i - einfach zu bedienen und ohne überflüssige Extras.

Stellen Sie sich vor, Sie wären in einem Chat-Raum im Internet: Wem möchten Sie nicht begegnen?

Firmengründer Eugen Verpoorten. Dem müsste ich erklären, dass unser Traditionslikör als Cocktail und Longdrink-Mix verwendet wird. Das war vor 125 Jahren sicher kein Zeitgeist - und nicht in seinem Sinn.

Die Fragen stellte Claudia Tödtmann.

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