Persönlichkeit des Jahres
Chef von Time Warner ausgezeichnet

Time-Warner-Chef Richard Parsons wird an diesem Mittwochabend im großen Ballsaal des Luxushotels Carlton von der internationalen Film- und Fernsehwelt in Cannes zur „Persönlichkeit des Jahres“ gewählt. Der Preis ist eine der weltweit wichtigsten Ehrungen für Medienmanager. Doch Parson selbst bewegt ein ganz anderes Thema.

CANNES. Der Mann mit der großen, randlosen Brille in grauer Hose und schwarzem Jackett gibt sich locker und heiter. Nichts deutet an diesem Abend darauf hin, dass sich der Time-Warner-Chef und sein Medienkonzern in der Defensive befinden. Die spektakuläre Übernahme der Online-Videoplattform Youtube durch Google, ein Aktionär von Time Warner, bewegt den 58-Jährigen. „Das ist eine erstaunliche Geschichte“ – eine Untertreibung.

In Wirklichkeit wirbelt Google mit der 1,65 Milliarden Euro teuren Übernahme von Youtube die gesamte Medien- und Internetbranche auf. „Das ist ein heftiger Preis, der für einen traditionellen Medienkonzern nicht zu rechtfertigen ist“, verteidigt Parsons seinen Verzicht auf Youtube.

Der Vorstandschef, der seit vier Jahren den weltgrößten Spieler im Medienmarkt führt, hat sich intern wieder durchgesetzt. Denn es ist ein offenes Geheimnis, dass die konzerneigene Internetsparte AOL gerne Youtube gekauft hätte. Gleichzeitig bedeutet Parsons Blockade aber auch, dass sich die klassischen Medienkonzerne wegen der schwierigen Marktsituation von riskanten Internetgeschäften fern halten müssen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%