Personalberater sehen Trend zu internationalen Anlagehäusern
Deutsche Fondsmanager zieht es nach London

Deutsche Fondsmanager wechseln immer häufiger den Arbeitgeber. Als besonders attraktiv gelten ausländische Gesellschaften – vor allem in Großbritannien oder in der Schweiz. „Wir sehen mehr Dynamik als noch im vergangenen Jahr“, sagt Karin Schambach, beim Personalberatungsbüro Smith & Jessen zuständig für Asset-Management.

FRANKFURT/M. Besonders beliebt sind nach Einschätzung von Headhuntern internationale Häuser. Triebkräfte sind bessere Karrierechancen, steigendes Interesse ausländischer Adressen an einheimischen Asset-Managern im Zuge ihres anziehenden deutschen Geschäftes sowie die durch Umstrukturierungen erzeugten Unsicherheiten bei einigen nationalen Gesellschaften.

Beispiele für prominente Abwanderungen gibt es genug: So wechselte Sonja Schemmann, Managerin einiger milliardenschwerer Aktienfonds der größten deutschen Investmentgesellschaft DWS, zu Schroder Investment Management nach London. Michael Krautzberger zog es ebenfalls an die Themse – zu Merrill Lynch Investment Managers. Er war vorher Leiter europäische Anleihen beim drittgrößten deutschen Fondshaus Union Investment. Carsten Roemheld, früher bei der Cominvest Manager des Rohstofffonds, fand beim Broker CSFB in London seinen neuen Arbeitgeber. Mit dem in Branchenkreisen sehr angesehenen Christophe Bernard wechselte ein Geschäftsführer der Deutsche Asset Management in Frankfurt zur Union Bancaire Privée nach Genf.

Eine Gefahr sehen die deutschen Gesellschaften in den Abgängen allerdings nicht. „Wir haben wenig Probleme, weil die Fluktuation insgesamt gering ist“, sagte ein Sprecher von Union Investment. Andere Investmenthäuser verweisen darauf, dass der Weg ins Ausland keine Einbahnstraße sei und sie selbst Personal im Ausland einkauften.

Berater betonen jedoch die Attraktivität des Auslands. „Großbritannien und die Schweiz bieten als Standorte sehr gute Gesamtpakete aus persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten und guter Bezahlung“, sagt Martin Huber, Partner der Unternehmensberatung McKinsey. Insbesondere London als europäische Schaltstelle vieler internationaler Häuser übt zunehmenden Reiz aus. „Das Portfoliomanagement konzentriert sich jetzt stärker hier“, sagt Martin Theisinger, Geschäftsführer bei Schroder. „Wer im Machtzentrum mitspielen will, der muss dort hin.“

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