Personalbranche
Topmanager gesucht: Geschäft der Personalberater brummt

"Mehr Löscher, weniger Mehdorn": Unternehmen suchen heute glaubwürdige Topmanager, die nicht polarisieren und Visionen haben. Personalberater haben Konjunktur.
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MünchenSonst sind sie Konkurrenten. Auf der Jagd nach den besten Köpfen für Unternehmen kommen sich Headhunter schon mal ins Gehege. Einmal im Jahr aber treffen sich einflussreiche Personalberater aus Deutschland und reden über die Zukunft ihrer Zunft – wie Ende voriger Woche im noblen Münchener Hotel „Vier Jahreszeiten“.

Trotz der Schuldenkrise in Europa herrscht Optimismus – schließlich sind die Auftragsbücher der Headhunter voll. „Wenn die Wirtschaft läuft, sind auch Personalberater gut beschäftigt“, sagt Hubertus Graf Douglas, Deutschlandchef der weltgrößten Personalberatung Korn/Ferry. Hinzu kommt: „Im Sturm der Krise haben nur wenige Unternehmen gewagt, den Steuermann auszutauschen“, sagt Stefan Fischhuber, Geschäftsführer von Kienbaum. Jetzt besetzen Firmen viele Schlüsselpositionen neu.

2011 wird das zweitbeste Jahr in der Geschichte der Branche mit einem weltweiten Umsatz von 9,6 Milliarden Dollar, erwartet die Association of Executive Search Companies (AESC). Der Verband von Personalberatungen, die auf die Direktsuche von Führungskräften spezialisiert sind, hatte zur Münchener Konferenz geladen. Im Boomjahr 2008 wurden weltweit elf Milliarden Dollar umgesetzt.

„Auch im kommenden Jahr bleibt das Geschäft auf hohem Niveau“, sagt Ulrich Ackermann, Leiter der deutschen AESC-Sektion und Deutschlandchef von Transearch International. Noch hat sich die Schuldenkrise nicht negativ auf Investitionen in Köpfe niedergeschlagen. Dabei gilt die Personalberaterbranche als prozyklisch, das heißt Konjunkturschwankungen wirken sich meist rund vier Monate früher auf das Geschäft aus.

Bescherte einst die Finanzbranche den Headhunter die meisten Aufträge, so ist es nun die deutsche Industrie. „Für die internationale Expansion brauchen Firmen Leute mit ganz anderen Kompetenzen als früher. Jeder Mitarbeiter, der ins Ausland geht, muss zudem ersetzt werden“, sagt Graf Douglas. Viele der großen Mittelständler stellen sogar schon Personal auf Vorrat ein. „Clevere Unternehmen nutzen ihre Marktmacht und kaufen auch ohne konkrete Vakanz strategisch Topleute aus der Branche auf“, beobachtet Fischhuber von Kienbaum.

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