Personalie
Muhtar Kent wird neuer Coca-Cola-Chef

Muhtar Kent sei ein Kandidat, der ihn eines Tages ablösen könne. Das sagte der bisherige Coca-Cola-Chef Neville Isdell bereits vor Monaten auf dem World Economic Forum in Davos. Nun soll der 55-Jährige dem Konzern ein gesünderes Image geben und eine neue Führungsstruktur.

DÜSSELDORF. Gestern machte Isdell seine Prophezeiung wahr und kündigte in seiner Eigenschaft als Chairman die Berufung Kents auf den Posten des Chief Executive Officers (CEO) zum 1. Juli des nächsten Jahres an.

Neville Isdell, den der US-Getränkeriese im Jahr 2004 aus dem Ruhestand geholt hatte, um den glücklos agierenden Douglas Daft abzulösen, war von vornherein als Mann des Übergangs an die Konzernspitze gesetzt worden. Sein Verdienst ist vor allem die Neuordnung des Deutschland-Geschäfts, das von mehreren selbstständigen Konzessionären auf einen firmeneigenen Abfüller, die Berliner CCE AG, umgestellt wurde. Der weltgrößte Getränkekonzern verspricht sich davon eine schnellere und effektivere Umsetzung seiner Strategien.

Auf den 55-jährigen Kent hingegen warten weitaus umfangreichere Aufgaben. So soll er dem Konzern unter anderem eine neue Führungsstruktur verpassen. Die Reputation des Spitzenmanagers, der vor fast dreißig Jahren in die Dienste der Coca-Cola-Company trat, ist makellos. Schon 1985 übernahm der geborene Türke als General Manager die Verantwortung für die Geschäfte in seinem Geburtsland sowie den angrenzenden zentralasiatischen Ländern.

Asset-Manager loben die Kenntnisse im Spezialfach des in Großbritannien ausgebildeten Ökonomen: dem internationalen Geschäft. Auch in Deutschland hält er die Fäden seines Netzwerkes fest in der Hand: Am liebsten vom Tisch seines bevorzugten italienischen Restaurants in Düsseldorf aus, wo er viele potenzielle Partner – bisher noch unerkannt – empfangen konnte.

Seine Tätigkeit für Coca-Cola unterbrach Kent nur von 1999 bis 2005. Damals leitete er als CEO die Geschäfte des größten türkischen Getränkekonzerns Efes. Isdell beförderte ihn nach seiner Rückkehr im vergangenen Jahr zum Chief Operating Officer (COO) und Präsidenten. Danach gab seine bis dahin härteste Konkurrentin um das Amt des Konzernchefs, die Marketing-Chefin Mary Minnick, auf und verließ das Unternehmen.

Als COO verantwortete Kent den bislang größten Zukauf von Coca-Cola: die Übernahme des Vitaminwasser-Herstellers Glaceau für mehr als vier Milliarden Dollar. Der Softdrink-Gigant will sich mit aller Macht ein gesünderes Image verschaffen.

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