Personalie
Thyssen-Krupp beruft neuen Brasilien-Chef

Niclas Müller wird zum Interimschef für Amerika-Projekte von Thyssen-Krupp. Der Industriekonzern setzt damit auf ein Gewächs aus eigenem Hause - das nun vor einer großen Bewährungsprobe in Brasilien steht.

DUISBURG. Der Industriekonzern Thyssen-Krupp hat einen neuen Verantwortlichen für den Aufbau der Großprojekte in Amerika gefunden. Das Eigengewächs Niclas Müller werde die Leitung kommissarisch übernehmen, bis ein Nachfolger gefunden sei, erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Nach dem tragischen Tod von Erich Heine, der als Vorstand der Stahlsparte für die Projekte in Brasilien und den USA verantwortlich war, musste Thyssen-Krupp zügig einen geeigneten Nachfolger suchen. Heine war bei dem Absturz der Air-France-Maschine über dem Atlantik Anfang Juni ums Leben gekommen.

Zu Heines Verdiensten gehört, dass er den Bau des Hüttenwerks vor den Toren von Rio de Janeiro in den Griff bekommen hatte. Wegen Verzögerungen bei dem Großprojekt und der Mehrkosten ist die Finanzlage des Ruhrkonzerns angespannt. Die ursprünglichen Kosten sind von 1,8 Mrd. auf 4,5 Mrd. Euro angeschwollen. Weitere Milliarden fallen für das Werk im US-Bundesstaat Alabama an.

Nachdem der Vorstand von Thyssen-Krupp nun grünes Licht gegeben hat, soll Müller den Posten möglichst bald antreten. Die Zustimmung des brasilianischen Partners Vale gilt als Formsache. Der Rohstoffkonzern ist zu zehn Prozent an dem Hüttenwerk in Südamerika beteiligt und könnte seinen Anteil noch ausbauen.

Der im Jahr 1964 geborene Müller ist bislang Vorstand der Dienstleistungssparte, sollte aber nach der Umstrukturierung ab Oktober Bereichsvorstand der neuen Division Technologies werden. Diesen Posten werde der dreifache Familienvater nach Bewältigung der Aufgabe in Übersee, die einige Monate in Anspruch nehmen werde, antreten. Eine dauerhafte Entsendung nach Brasilien sei nicht geplant, hieß es.

Müller gilt konzernintern als idealer Kandidat für die Stelle. "Er ist ein fähiger Mann, dem wir zutrauen, die Aufgabe in Brasilien zu lösen", heißt es in seinem Umfeld. Nach dem Studium der Hüttenkunde und Metallurgie promovierte Müller zum Doktor der Betriebswirtschaftslehre. Im Jahr 1991 trat er bei Hüttenwerke Krupp Mannesmann in die Dienste des Ruhrkonzerns ein.

Seitdem legte er eine steile Karriere hin und machte zuletzt mit der Restrukturierung von Thyssen-Krupp Xervon auf sich aufmerksam, heißt es im Konzern. Auf Müller wartet nun eine der anspruchsvollsten Aufgaben, die derzeit im Konzern zu vergeben ist. Wegen schlechten Wetters und Schwierigkeiten bei den Lieferanten hat sich die Inbetriebnahme der Hütte um Monate verzögert. Im Konzern werden dafür auch Fehlplanungen verantwortlich gemacht.

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