Personalie überschattet Investorenkonferenz
Deutsche Bank löst DWS-Chef ab

Die Deutsche Bank trennt sich vom Chef ihrer Fondstochter DWS, Axel-Günter Benkner. Nach Angaben aus Finanzkreisen soll Benkner in der Aufsichtsratsitzung am kommenden Montag abberufen werden.

HB FRANKFURT. Hintergrund sind offenbar Differenzen zwischen Benkner und dem Chef des Bereichs Vermögensverwaltung der Deutschen Bank, Kevin Parker. Wer neuer DWS-Chef wird, ist noch offen. Benkner werden Bedenken gegen eine stärkere Einbindung der größten deutschen Fondsgesellschaft in den Konzern nachgesagt.

Die Personalie überschattet die heute beginnende Investorenkonferenz der Deutschen Bank in London. Zwar werden dort keine sensationellen Ankündigungen von Vorstandschef Josef Ackermann mit Blick auf den Gesamtkonzern erwartet, etwa neue Übernahmen oder eine strategische Kehrtwende. Aber die Fachwelt erhofft sich Fingerzeige, wie Parker die Vermögensverwaltung auf Kurs bringen will. Dieses Geschäftsfeld ist im Vergleich zu anderen Konzernteilen wie dem Investment-Banking ertragsschwach. Vor allem das US-Geschäft schwächelt. Dagegen gilt ausgerechnet die DWS als Ertragsperle.

Trotz der hohen Profitabilität der DWS kommt der Führungswechsel nicht überraschend. Seit Monaten zirkulierten entsprechende Gerüchte. Doch wurde die Personalie offenbar unter der Decke gehalten, um die prunkvolle 50-Jahr-Feier der DWS im Juni nicht zu stören. Die DWS war zwar nach außen hin in den letzten Jahren aufgewertet worden, etwa durch eine verstärkte Expansion im Ausland. Benkner, der seit zwei Jahren für das internationale Fondsgeschäft der Deutsche Bank verantwortlich ist, hatte diese Expansion vorangetrieben. Doch zugleich wurde die DWS immer stärker in den Konzern eingebunden und verlor an Selbstständigkeit. Diese Entwicklung missfiel Benkner. „Eine angelsächsische DWS, in der Ausländer zunehmend das Sagen haben, würde Benkner nicht wollen“, sagt ein Insider.

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