Personalkarussell: Opel erhält neuen Aufpasser aus den USA

PersonalkarussellOpel erhält neuen Aufpasser aus den USA

In Rüsselsheim wird die Führungsmannschaft des Autoherstellers weiter umgekrempelt. In den Aufsichtsrat der deutschen GM-Tochter hält Bob King Einzug - ein Vertreter der einflussreichsten US-Autogewerkschaft UAW.
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FrankfurtDie Führungsmannschaft des Autoherstellers Opel wird weiter umgekrempelt. Nach Informationen des Handelsblatts wird der Präsident der amerikanischen Autogewerkschaft UAW, Bob King, im März in den Aufsichtsrat des Autoherstellers aus Rüsselsheim einrücken. Damit zieht innerhalb kurzer Zeit der fünfte neue Vertreter aus den USA in das Kontrollgremium der deutschen Tochter ein. GM hatte erst jüngst seine Entwicklungschefin Mary Barra als neue Kontrolleurin zur defizitären Europa-Tochter entsandt. Erst Ende November hatte GM-Vizechef Stephen Girsky den Vorsitz im Opel-Aufsichtsrat übernommen. Mit ihm waren auch die GM-Manager Tim Lee und Dan Ammann ins Kontrollgremium eingezogen. Ein Opel-Sprecher lehnte einen Kommentar zu den Informationen ab.

Das Personalkarussell beim Hersteller in Rüsselsheim gerät damit weiter in Bewegung. Opel hatte am Montag bereits den weiteren Ausbau seines Vorstandes angekündigt. Zum 1. April wechselt der 47-Jährige Thomas Sedran von der Münchener Unternehmensberatung Alix-Partners nach Rüsselsheim. Der Berater wird Leiter des neu geschaffenen Ressorts Operations, Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategien. Er führte bisher den Geschäftsbereich Europäische Automobilindustrie bei Alix-Partners.

Mit der Einbeziehung des 65-Jährigen King in den Opel-Aufsichtsrat formieren sich nach dem Einzug von vier GM-US-Managern seit November nun auch die Arbeitnehmervertreter im Opel-Aufsichtsrat neu. Der neue Opel-Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug hatte bei seinem Start im Januar angekündigt, dass die Belegschaftsvertreter sich künftig stärker mit der UAW abstimmen wollten. Erstmals seit fünf Jahren rückt mit King wieder ein Vertreter der einflussreichen US-Autogewerkschaft in ein Kontrollgremium eines großen deutschen Autokonzerns ein. Von 2002 bis 2007 war zuvor der Autokonzern Daimler nach der Fusion mit dem US-Hersteller Chrysler auch von einem Mitglied der UAW im Aufsichtsrat kontrolliert worden.

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  • ... schade wäre es aber nicht um die Auf- oder Übergabe. Wenigstens bringen die Gewerkschafter aus Wolfsburg noch mehr als die Kapitalisten aus den USA - oder sehe ich das falsch ;-))

  • Nicht nur zu wenig Hirn, auch zu kleine Eier haben die. Ohne die Entwicklungsabteilung von OPEL könnte GM sein Laden gleich an VW übergeben.

  • Schon pervers, die Situation bei Opel. Jetzt wird das Unternehmen seit Jahren mittelbar oder unmittelbar aus den USA oder durch importierte Manager geführt (oder soll man besser sagen: vernichtet) und jetzt entsendet man noch Kontrolleure um aus Deutschland die amerikanischen Entscheidungen zu kontrollieren.

    Aus meiner Sicht hat man dort zu viele Manager mit zu wenig Hirn - oder so ;-))

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