Personalmanagement
Die Mischung macht’s

Die demographische Landkarte zeigt es deutlich: Das Durchschnittsalter der Deutschen steigt. Auch in den Unternehmen werden die Mitarbeiter immer älter. Viele kleine und mittelgroße Firmen beschäftigen sich aber zu wenig damit, wie sich die Alterststruktur in ihrem Betrieb verändern wird. Hingegen gehen manche mit positivem Beispiel voran.

MÜNCHEN. Allein durch den Geburtenmangel, so erwarten Experten, wird das Potenzial an Arbeitskräften in Deutschland in fünfzehn Jahren um vier Mill. Menschen schrumpfen. Firmen, die heute also überwiegend 40-Jährige beschäftigen, werden große Nachwuchsprobleme bekommen, wenn diese Generation einmal in Rente geht.

Der demographische Wandel und der Fachkräftemangel werden für Unternehmen in den nächsten Jahrzehnten zur großen Herausforderung. Das schärfen Politiker, Berater und Verbandsvertreter Unternehmern täglich ein. Doch bereiten sich vor allem die mittelständischen Unternehmen, die den Großteil der deutschen Wirtschaft ausmachen, auf die sich veränderte Alterspyramide vor?

"Die Erkenntnis ist bei den Unternehmern sicher angekommen", sagt Hartmut Buck vom Stuttgarter Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, IAO. Doch aus dem Wissen würden bisher kaum Konsequenzen gezogen. Gerade kleine und mittlere Betriebe sind zu stark im Tagesgeschäft eingebunden, um sich damit zu beschäftigen, wie sich die Altersstruktur in ihrem Betrieb verändern wird. Zudem stellen viele Unternehmen noch immer lieber junge, billigere Arbeitskräfte ein. Doch es finden sich ebenso Bespiele, wie und warum ältere Mitarbeiter bereits verstärkt eingesetzt werden.

Bernhard Kallup, Vorstandschef des Büromöbelherstellers Sedus Stoll, setzt schon heute auf eine Mischung zwischen Alt und Jung. "Ein Unternehmen ist besonders erfolgreich mit einem jungen Macher, einem erfahrenen älteren Kollegen und dem Erbsenzähler an der richtigen Stelle", sagt der 51-Jährige und verweist auf unterschiedliche Mentalitäten in den Altersschichten. In dem Unternehmen aus Waldshut an der schweizerischen Grenze liegt der Altersdurchschnitt der Angestellten bei 42 Jahren und im gewerblichen Bereich bei 41 Jahren. Eine bestimmte Altersquote will sich Sedus Stoll aber nicht geben, die Personalpolitik richte sich vor allem nach der besten Qualifikation.

Hermann Schreier, Vorstandsvorsitzender von Nanofocus aus Oberhausen hat den Fachkräftemangel schon zu spüren bekommen. Der fehlende Nachwuchs bei Ingenieuren hat den Hersteller von Geräten zur Oberflächenanalyse veranlasst, vermehrt ältere Mitarbeiter einzustellen.

Dies sei aber keine Notlösung gewesen. "Die Älteren arbeiten meist genauer und mit mehr Einsatz. Der Altersmix ist entscheidend", sagt Schreier, der 30 Mitarbeiter beschäftigt, von denen sechs über 50 Jahre alt sind. "Die älteren Mitarbeiter haben nicht nur im Vertrieb Erfahrungen, sondern sie beherrschen auch die Trickkiste der Produktion", argumentiert er. Wichtig sei, dass Ältere ihre Erfahrungen an die jungen Kollegen weitergeben. Deshalb setzt Nanofocus auf die Schulung der Kommunikationsfähigkeit in Seminaren.

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