Personalrochade
Merck schnappt Lanxess Finanzchef weg

Es ist ein kleiner Paukenschlag in der Chemie- und Pharmabranche. Der Darmstädter Konzern Merck hat dem Chemiehersteller Lanxess den Finanzchef abgeworben. Matthias Zachert wechselt in bei Merck in die Geschäftsleitung - und Lanxess muss schnell eine wichtige Personalie klären.
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Der Chemiekonzern Lanxess muss sich einen neuen Finanzchef suchen. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck holt sich Matthias Zachert, der bislang bei Lanxess die Finanzen verantwortet, in die Geschäftsleitung. Dort soll er im Laufe dieses Sommers als persönlich haftender Gesellschafter eintreten und die Nachfolge von Finanzchef Michael Becker antreten, wie Merck am Dienstag in Darmstadt mitteilte. Zachert sei eine ideale Besetzung für den Posten und werde dem Finanzbereich neue Impulse geben.

Der Lanxess-Aufsichtsrat will sich nun bald mit der Bestellung eines Nachfolgers für Zachert befassen, wie ein Sprecher des Leverkusener Unternehmens erklärte.  Die im Nebenwerteindex MDax notierte Lanxess-Aktie büßte zeitweise mehr als vier Prozent ein. Erst vor wenigen Tagen hatte der Wechsel des Finanzvorstands bei ThyssenKrupp die Anleger an der Börse aufgeschreckt. Die im Dax notierte Merck-Aktie gewann mehr als zwei Prozent.  

Merck zufolge wird der bisherige Finanzchef Becker, der im April 63 Jahre alt wird, im Laufe des Jahres in den Ruhstand gehen. Bei Analysten stand der Herr der Zahlen bei Merck zuletzt wegen einiger Kommunikationspannen in der Kritik. Becker war 13 Jahre lang für Merck tätig, davon die letzten elf Jahre als Finanzchef in der Geschäftsleitung des Familienunternehmens. Bei Merck wird Zachert nun vor allem versuchen müssen, verlorenes Vertrauen bei Investoren zurückzugewinnen. Der Konzern musste zuletzt mehrere Rückschläge in der Medikamentenentwicklung verkraften und hatte unlängst bereits seinen Pharmachef ausgetauscht.

Zachert ist bei Analysten und Investoren als Finanzexperte hoch angesehen. Er trug wesentlich dazu bei, Lanxess nach Abspaltung von Bayer und dem Börsengang im Jahr 2005 auf Kurs zu bringen. Mehrere Umbauprogramme wurden aufgelegt und renditeschwache Geschäfte abgestoßen, um das Unternehmen hinsichtlich Profitabilität zu den Mitkonkurrenten aufschließen zu lassen.

Inzwischen hat Lanxess die großen Restrukturierungsschritte hinter sich und ist zu einem respektablen Mitspieler in der Chemiebranche herangewachsen. Im Geschäft mit synthetischen Kautschuken ist Lanxess auch dank Zukäufen inzwischen Weltmarktführer.   Vor seiner Bestellung zum Finanzchef von Lanxess im September 2004 war Zachert als Finanzvorstand bei der Großbäckerei Kamps tätig. Der gebürtige Bonner ist verheiratet und hat zwei Kinder.  

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