Peter-Alexander Wacker will sein Familienunternehmen an die Börse bringen: Im zweiten Anlauf

Peter-Alexander Wacker will sein Familienunternehmen an die Börse bringen
Im zweiten Anlauf

Der Grundstein ist in einen soliden Marmorsockel eingebettet. Doch der Mörtel bleibt an der Kelle fast kleben. Beinahe zweistellige Minusgrade halten die Festgesellschaft im Griff. Die Kälte im niederbayerischen Burghausen ist dermaßen streng, dass die Arbeiten auf der Baustelle eigentlich ruhen müssten – doch es wird fleißig weiter betoniert.

HB BURGHAUSEN. Denn der Bauherr hat in diesem Jahr noch viel vor. Die neue Anlage für polykristallines Silizium muss fertig werden, so schnell wie möglich. Das Tempo in der Baugrube ist Botschaft für alle: Dieses Jahr ist zu wichtig, um wertvolle Zeit wegen ein bisschen Frost zu verlieren.

Peter-Alexander Wacker, Miteigentümer und Vorstandsvorsitzender des Konzerns Wacker Chemie, drückt an diesem unwirtlichen Januartag viele kalte Hände. Doch die Gäste sind gerne gekommen: Politiker, weil sie ihm für eine 200 Millionen teure Investition in der Provinz danken. Geschäftspartner, die so verzweifelt auf neues Silizium für Sonnenkollektoren warten, dass sie Wacker einen Teil der Investitionssumme vorschießen.

Und potenzielle Aktionäre, die allzu gerne wissen wollen, ob und wann der bayerische Chemiekonzern an die Börse gehen wird. Doch gerade bei diesem Thema wird der freundliche Mann mit den schneeweißen Haaren eher verschlossen.

Fast zwei Meter Körpergröße ermöglichen Menschen eine eigene Sicht der Dinge – in der Regel eine großzügige Gelassenheit, auch wenn sie selber bedrängt werden. Peter-Alexander Wacker ist mit dieser Gabe gesegnet. „Es ist eine Option, wir prüfen auch andere Optionen“, umschreibt er blumig die laufenden Planspiele des Börsengangs. „Wir stehen nicht unter Druck“, fügt er hinzu, um das Thema mit einem charmanten Lächeln zu beenden.

Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass Wacker seit Monaten den Börsengang emsig vorbereitet. Und Wacker ist kein Leichtgewicht: 15 000 Mitarbeiter setzen pro Jahr 2,5 Milliarden Euro um. Der Konzern, zweitgrößter Siliziumhersteller weltweit, schreibt nach hohen Verlusten seit zwei Jahren wieder schwarze Zahlen.

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