Peter Dahlmann
Opels gelber Engel

Auto-Händler Peter Dahlmann will notfalls gemeinsam mit anderen Opel-Kollegen den Rüsselsheimer Konzern kaufen. Im Kanzleramt wirbt er für die notleidenden Händler und mahnt die offene Bürgschaft des Bundes an.

BERLIN/FRANKFURT. Vor ein paar Wochen wurde er noch milde belächelt. Der Vorstoß von Autohändler Peter Dahlmann, der gemeinsam mit Händlerkollegen Opel übernehmen will, hat jedoch an Ernsthaftigkeit gewonnen: Zusammen mit dem großen Mehrmarken-Autohändler Kurt Kröger durfte Dahlmann am Dienstag seine Buy-out-Pläne im Kanzleramt vorstellen.

Der 59-jährige Neusser, der eigentlich Anwalt werden wollte, traf sich zwar nicht direkt mit Kanzlerin Angela Merkel, aber mit deren Wirtschaftsberater Jens Weidmann. Ihm erklärte Dahlmann, warum seine Pläne keine Träumerei sind – auch wenn Experten und andere Händler zweifeln. Ein Händler als Opel-Pannenhelfer?

„Unsere Absichten sind schon sehr ernst“, sagt Dahlmann in Berlin. „Ich habe mit sehr vielen großen Händlern gesprochen, die alle dieses Konzept bejahen.“ Dieses Konzept sieht vor, Opel im Fall einer GM-Pleite mit Hilfe eines Konsortiums aus Händlern und Opel-Mitarbeitern aus dem Konzern herauszulösen.

Dafür ist der studierte Jurist mit dem weißen Schnauzbart, der als geschäftsführender Gesellschafter des familieneigenen Autohauses Louis Dresen das Geschäft seit mehr als 30 Jahren kennt, auch bereit, selbst ins Risiko zu gehen. Wird GM insolvent, so der Plan, soll eine Gruppe von Händlern und Opel-Mitarbeitern eine gemeinsame Kriegskasse füllen. Das funktioniere nur unter der Bedingung, dass Bund und Länder mit einspringen, sagt Dahlmann.

Bislang prüft die Bundesregierung, ob sie Opel durch eine staatliche Bürgerschaft unterstützen kann. Der Autohersteller hatte bereits im November um Hilfe gebeten. Die bis Weihnachten in Aussicht gestellte Entscheidung lässt jedoch auf sich warten; Berlin könne erst reagieren, wenn klar sei, ob und wie die US-Regierung dem Mutterkonzern GM helfe, heißt es. Im ersten Quartal 2009 sei noch Liquidität vorhanden, sagt ein Opel-Manager. Aber dann benötige Opel die staatliche Bürgschaft, um an Kredite der Europäischen Investitionsbank zu kommen.

„Bevor Opel bei einem Chinesen landet, würden wir uns beteiligen und Anteile übernehmen – in welcher Gesellschaftsform auch immer. Das ginge aber nicht ohne weitere Investoren“, räumt Dahlmann ein. „Bund und Länder müssten sich beteiligen – entweder über Bürgschaften oder über eine eigene Beteiligung wie bei VW.“

Seite 1:

Opels gelber Engel

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%