Peter Elam Håkansson ist der größte Investor in Russland
Pendler zwischen Platte und Profit

Peter Elam Håkansson ist der Chef der schwedischen Fondsgesellschaft East Capital, die ausschließlich in Südost- und Osteuropa investiert. Zwar ist auch an East-Capital die Finanzkrise nicht spurlos vorbei gegangen. Doch der Schwede bleibt gelassen.

STOCKHOLM. Natürlich könne er noch gut schlafen, auch in diesen Zeiten, sagt Peter Elam Håkansson mit lausbubenhaftem Lächeln. Und man ist sogar geneigt, ihm das abzunehmen. Sein Mecki-Schnitt, die großen blauen Augen und das stetige Lächeln vermitteln Sicherheit in diesen unsicheren Zeiten. Håkansson ist Gründer, Haupteigentümer und Chef der schwedischen Fondsgesellschaft East Capital, die der weltweit größte Investor in Russland ist und sogar noch knapp vor Merrill Lynch liegt. Aber die US-Investmentbank hat derzeit ganz andere Probleme und wurde gerade erst von der Bank of America übernommen.

Doch spurlos ist die Finanzkrise auch an East Capital nicht vorübergegangen. Noch zu Beginn des Jahres verwaltete Håkansson 5,7 Mrd. Euro. "Jetzt ist es weniger", sagt er trocken, ohne dabei seinen optimistisch-fröhlichen Blick zu verlieren. Tatsächlich haben die zwölf East-Capital-Fonds durchschnittlich mehr als 30 Prozent seit Januar verloren. Der Russland-Fonds lag in der vergangenen Woche sogar bei einem Minus von fast 46 Prozent.

Dennoch, schlafen könne er ganz gut, wiederholt der 45-Jährige und schaut dabei mit weitem Blick aus seinem Büro im 14. Stock des Kungstornet, des Königsturms, im Zentrum Stockholms. Von hier, einer der vermutlich teuersten Büroadressen in der Stockholmer Innenstadt, hat er nahezu ungestörte Sicht in alle Himmelsrichtungen.

Interessiert ist Håkansson allerdings vor allem an den östlichen Perspektiven. "Wir sind enorm positiv, was Russland betrifft", sagt er und betont noch einmal, dass sich ja weder durch die Kaukasus-Krise noch durch die aktuelle Finanzkrise etwas an den Fundamentaldaten in Russland verändert habe.

Dort, so Håkansson, finde man derzeit völlig unterbewertete Unternehmen, mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) von manchmal nur zwei bis vier. In den meisten westlichen Ländern ist ein KGV von 15 nichts Ungewöhnliches. Die Kunden von East Capital scheinen seinen Optimismus zu teilen: Selbst in der vergangenen Woche, als die Moskauer Börse in den Sturzflug überging und kurzerhand tageweise schloss, hätten nur wenige ihre Fondsanteile verkauft. "Es waren höchstens zehn Prozent Kapitalabfluss." Am Freitag ging es an der Moskauer Börse wieder steil nach oben, doch der Handel wurde wieder ausgesetzt.

Doch trotz allem Optimismus rechnet der mehrere Jahre in Folge als bester Fondsverwalter ausgezeichnete Håkansson mit weiterhin turbulenten Zeiten. "Mindestens noch dieses Jahr wird es eine unruhige Fahrt", sagt er. Angst vor einem Bankencrash in Russland hat er dagegen nicht. Denn dort gebe es zwar sehr viele Banken, aber die meisten seien sehr, sehr klein. "Brechen die zusammen, hat das kaum einen Effekt", sagt er

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