Peter Fröhlich
Sparkassenchef mit Herz für Sparer

Seine Vorgänger wollte ganz groß mitspielen, suchten ihr Glück im Kapitalmarkt - und scheiterten. Peter Fröhlich will die Sparkasse Düsseldorf zurück zu den Wurzeln führen. Seine konservative Strategie: Die Bank soll sich auf Privatkunden und Kredite für den Mittelstand konzentrieren.

DÜSSELDORF. Peter Fröhlich neigt nicht zum Überschwang. Mit kleinen, dezenten Gesten stellt der 56-jährige Chef der Sparkasse Düsseldorf auf einer Pressekonferenz sein neues Konzept für das Institut vor. Fröhlichs Botschaft klingt einfach: Seine Banker sollen sich darauf konzentrieren, Konten für die Privatkundschaft und Kredite für die mittelständischen Unternehmen der Region anzubieten.

Für andere Sparkassen zählt das zum Kerngeschäft. Die Vorgänger wollten die Stadtgrenzen überschreiten. Sie investierten außerhalb der Region und versuchten, am Kapitalmarkt das große Geld zu verdienen. Die skandalumwitterte Insolvenz von Franjo Pooths Firma Maxfield brachte Fröhlichs Vorgänger Heinz-Martin Humme zu Fall. Gegen Humme und seinen Vize Karl-Heinz Stiegemann ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die Sparkasse fordert nun Schadensersatz von den beiden Ex-Vorständen.

Hinzu kamen das Desaster bei der WestLB und die Turbulenzen der Finanzkrise. "Das Kapitalmarktgeschäft war im vergangenen Jahr sehr volatil", sagt Fröhlich nüchtern. Sprich: Die Krise dürfte das Ergebnis für 2008 belasten. Die Ausschüttung an die Eigner fällt auf jeden Fall aus. Fröhlich besinnt sich daher auf alte Sparkassenwerte, wenngleich er selbst erst 1999 von Sal. Oppenheim zu dem Institut kam. Das Engagement in Aktien und risikoreiche Papiere fährt er zurück. Bislang liegt der Anteil am Gesamtgeschäft bei 20 Prozent, er soll auf das Niveau anderer Sparkassen sinken. Dafür nimmt er auch einen Rückgang der Bilanzsumme in Kauf, die 2008 gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Prozent auf 12,8 Mrd. Euro gesunken ist. Doch wie andere öffentlich-rechtliche Institute verzeichnen die Düsseldorfer ein Wachstum der Einlagen um 4,8 Prozent. Die Finanzkrise treibt die Kunden in die Sicherheit der Sparkassen.

Das spielt Fröhlich in die Hände. Die Konkurrenz um die Privatkundschaft ist zwar hart. Dennoch hofft Fröhlich, die Neuzugänge zu halten. Den Schlüssel dazu sieht er in engagierten Mitarbeitern. Regelmäßig fährt der Vater zweier erwachsener Kinder raus in die Filialen und spricht mit den Beratern. Die rund 2 200 Angestellten wollte er beim Neujahrsempfang von seinem neuen Kurs überzeugen. "Sein Auftreten kam durchaus gut an und hebt sich von seinem Vorgängern ab", heißt es unter Mitarbeitern.

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