Peter Harf: Familienstratege sucht Traumdeal

Peter Harf
Familienstratege sucht Traumdeal

Die Übernahme des Kosmetikkonzerns Avon könnte für den Strategen der Familie Reimann die Erfüllung eines Traums werden. Doch der milliardenschwere Deal entwickelt sich zu einer echten Herausforderung.
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DüsseldorfEs ist wahrlich nicht sein erster Deal, doch es könnte sein schwierigster werden. Peter Harf, der große Stratege der Milliardärsfamilie Reimann, hat mit der Übernahme des amerikanischen Kosmetikkonzerns Avon eine echte Herausforderung gesucht und gefunden. Gesucht, weil er mit dieser Akquisition seinem erklärten Ziel, aus dem Parfümkonzern Coty einen global erfolgreichen Kosmetikkonzern zu formen, näher kommen würde. Und gefunden, weil das Zusammengehen nicht so schnell und geräuschlos über die Bühne zu gehen scheint, wie es seine Art und die der Familie Reimann ist. 

Und dabei ist alles von langer Hand geplant. Schon Ende Oktober hatte Harf sich mit Andrea Jung, der Avon-Chefin, auf einen Tee in New York getroffen. Die Idee: Harf wollte Coty an die Börse bringen und den Dufthersteller anschließend mit den Amerikanern zum Avon-Coty-Konzern verschmelzen. Bereits vor einigen Jahren hatte er so den Chemiekonzern Reckitt Benckiser geformt.

Doch dieser Deal kam nicht zustande. „Mit der Zeit merkten wir, dass die andere Seite zögerte. Auch unsere Bedenken mehrten sich“, sagte Harf, der mit dem Handelsblatt exklusiv über die Übernahme sprach. Die Strategie wurde geändert. So gab Coty am Montag ein öffentliches Angebot für Avon ab. Zehn Milliarden Dollar will der Dufthersteller den Avon-Aktionären zahlen. In einer ersten Reaktion wies Avon-Chefin Jung das Angebot als zu niedrig zurück.

Es wäre ein Deal im großen Stil des Peter Harf. Denn Avon ist doppelt so groß wie Coty. „Es wäre ein Traum, wenn uns der Deal gelingt. Dann hätten wir eine sagenhafte Firma, wir wären hinter L’Oréal die Nummer zwei in der Kosmetikbranche“, sagt Harf.

Und nicht nur das. Der Stratege hat es vor allem auf den Direktvertrieb Avons abgesehen. Weltweit ziehen über sechs Millionen Avon-Beraterinnen von Tür zu Tür, um Cremes und Schminke der Marke an die Frau zu bringen. Wenn es nach Harf geht, preisen sie bald auch Joop- oder Calvin-Klein-Parfüms aus dem Hause Coty an. „Gerade in Wachstumsmärkten wie Brasilien ist der Direktverkauf sehr beliebt. Unsere Parfüms sind dort zwar bekannt und gefragt, wir bekommen sie aber einfach nicht an die Kunden“, sagt Harf. Mit dem Vertriebssystem von Avon will er die Lücke schließen.

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Wie das Übernahme-Drama endet ist offen

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