Peter Klugar
Datenskandal beschert ÖBB-Chef Krise

Peter Klugar soll Österreichs Staatsbahnen ÖBB auf Kurs bringen. Doch jetzt erschüttert ein Datenskandal den Konzern.

WIEN. Er gilt als besonnener, ruhiger Mann. Ganz der Experte, ganz der Techniker, ohne Allüren. Auch sein äußeres Erscheinungsbild ist eher zurückhaltend, ja fast defensiv. Peter Klugar wählt stets dunkle, gedeckte Farben, die Kleidung unterstreicht sein Understatement. Niemand in seinem Umfeld kann sich so recht vorstellen, dass der Vorstandschef von Österreichs Staatsbahnen ÖBB bewusst das Rampenlicht der Öffentlichkeit sucht. Und über sein Privatleben verrät er wenig. Er mag klassische Musik und geht manchmal Joggen. Das ist alles, was er nach außen dringen lässt.

Doch dieses Bild hat sich seit wenigen Tagen geändert. Der eher scheue ÖBB-Chef taucht in Österreich beinahe täglich in den Zeitungen und in den abendlichen Fernsehnachrichten auf. Auch am heutigen Dienstag wird in der Alpenrepublik wieder jeder auf die Staatsbahnen und ihren Vorstandschef schauen: Der Aufsichtsrat tagt. Der jüngste ÖBB-Skandal beschäftigt die obersten Kontrolleure des Unternehmens.

Staatliche Bahngesellschaften scheinen ein ganz besonderes Interesse an ihren Mitarbeitern zu haben. Denn die jüngste ÖBB-Affäre erinnert fatal an das, was im Frühjahr bei den Kollegen der Deutschen Bahn geschah. Das Unternehmen aus Österreich wird derzeit ebenfalls von einem Datenskandal erschüttert. Eifrige Sammler aus den ÖBB-Personalabteilungen haben mit viel Aufwand die Krankendaten von Konzernmitarbeitern gesammelt. 3 000 bis 4 000 Beschäftigte sind davon betroffen - sie wussten natürlich nichts von der illegalen Aktion.

Einem zerknirschten Peter Klugar bleibt nichts anderes übrig, als einen schweren Fehler zuzugeben. "Leider wurden auch jene von diesen Maßnahmen getroffen, die ausdrücklich erstklassige Arbeit leisten", sagt der ÖBB-Chef. Eigentlich sei es eine hehre Zielsetzung der Personaler im Unternehmen gewesen: Sie wollten die hohen Krankenstände in einigen Bereichen des Bahnkonzerns in den Griff bekommen. Leider seien die ehrgeizigen Kollegen über das Ziel hinausgeschossen, sagt Klugar.

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