Peter Schneider
Der Strippenzieher von Stuttgart

Im Landesbanken-Poker überlässt Peter Schneider gerne LBBW-Chef Siegfried Jaschinski oder Ministerpräsiden Günther Oettinger (CDU) das Rampenlicht. Gleichwohl ist der Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg einer der wichtigsten Männer im Hintergrund.

STUTTGART. Der Sparkassenverband ist neben dem Land Baden-Württemberg mit 35,6 Prozent der maßgebliche Eigentümer der Landesbank-Baden-Württemberg. Genau genommen kann LBBW-Chef Jaschinski nur so weit springen, wie Schneider es in seinem Büro auf dem gleichen Stockwerk im Dachgeschoss der LBBW-Zentrale zulässt. Als Landtagsmitglied und Parteifreund sind die Bande zu Oettinger eng. Gleichwohl zeichnet den leidenschaftlichen Oberschwaben auch eine gesunde Distanz zur Landeshauptstadt aus. Seine Frau und die drei Kinder wohnen immer noch in der Nähe von Biberach.

Katholisch und nicht schwäbisch-pietistisch geprägt studierte er Jura in Freiburg, später in Tübingen. Die Zeit von 1988 bis 1992 als Referent beim damaligen Innenminister Dietmar Schlee empfindet Schneider noch heute als prägend. 14 Jahre lang war er danach Landrat des Kreises Biberach. Im Mai 2006 folgte er dem zum deutschen Sparkassenpräsidenten aufgestiegenen Heinrich Haasis als Präsident des Landesverbandes. Schneider hält im Fusionspoker den engen Kontakt zu Haasis.

Auch wenn dem 49-Jährige die große Aura fehlt, führt er doch mit Geschick das mitunter schwierige heimische Sparkassenlager. Einmal gefragt, bezieht er klar Position. Er stellt die Weichen eindeutig auf Fusion mit der WestLB, von einer Holding hält er wenig. Vom Verhandlungsstress wie beim Kauf der SachsenLB erholt er sich bei Spaziergängen mit dem Jagdhund. Schneider ist umgänglich, aber weiß als passionierter Jäger genau, wann er abdrücken muss. Weniger martialisch geht es bei seinen anderen Hobbies zu – Musik und Kunst.

Martin-Werner Buchenau
Martin-W. Buchenau
Handelsblatt / Korrespondent
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