Peter Terium
Niederländer soll neuer RWE-Chef werden

Der niederländische RWE-Manager Peter Terium soll Kreisen zufolge die Nachfolge von Konzernchef Jürgen Großmann antreten - wenn die Kommunen zustimmen.

DüsseldorfEr weiß, es gibt wohl kein schwierigeres Machtgeflecht in der deutschen Wirtschaft als bei RWE. Schon seit 1992 sitzt Manfred Schneider - inzwischen der erfahrenste Kontrolleur in der deutschen Wirtschaft - im Aufsichtsrat des Energiekonzerns. Seit 2009 leitet der 72-Jährige das Gremium. Bei RWE pokern im Aufsichtsrat gleich vier Interessengruppen: Neben den üblichen Kapitalvertretern gibt es noch vier Vertreter der kommunalen Aktionäre, die über 20 Prozent der Aktien kontrollieren, und mit IGBCE und Verdi zwei konkurrierende Gewerkschaften. Egal, ob bei der Berufung der Vorstandschefs Harry Roels und Jürgen Großmann oder der des Arbeitsdirektors Alwin Fitting - immer wurde gekungelt und gestritten. Schneider muss klar gewesen sein, dass auch die Suche nach einem Nachfolger für Großmann, der spätestens im Herbst 2012 abtreten wird, eine heikle Angelegenheit werden wird. Deshalb wollte er objektive Argumente sammeln und beauftragte vor vier Monaten die Personalberatung Egon Zehnder, Führungskräfte der ersten und zweiten Reihe zu screenen. Herausgekommen ist ein Kandidat, den nur wenige auf der Rechnung hatten: Peter Terium, Chef der niederländischen Tochter Essent.

Schneider wird den Vorschlag am Sonntagabend den Mitgliedern des Präsidiums präsentieren, am Montag früh wird der Personalausschuss darüber debattieren - und wenn alles glattgeht, wird Terium anschließend im Aufsichtsrat zum Stellvertreter Großmanns bestellt. Und ist dann designierter Nachfolger. Wenn alles glattgeht - denn noch gibt es unter den Arbeitnehmervertretern Vorbehalte. Und die kommunalen Aktionäre sind über die überraschende Personalie sogar tief verärgert. Sie haben schließlich seit Monaten einen eigenen Favoriten, Chief Operation Officer Rolf Martin Schmitz. Dabei könnte Terium durchaus als Kompromisskandidat taugen. Er erfüllt das Anforderungsprofil, das der neue Chef für den anstehenden Umbruch mitbringen muss. Terium arbeitet schon seit 2003 für RWE. Nach Roels und Großmann würden vor allem die Arbeitnehmervertreter einen weiteren externen Kandidaten kaum akzeptieren. Der ausgebildete Buch- und Steuerprüfer fing im Konzern als Leiter des Controllings an, wurde dann Mitglied im Vorstand der Entsorgungssparte RWE Umwelt. Schließlich leitete er die Handelstochter RWE Supply & Trading. Seit 2009 ist er Chef von Essent. Gleichzeitig bringt der gebürtige Niederländer die gewünschte Internationalität mit, die Aktionäre und Analysten fordern. Schmitz ist vor allem Schneider zu provinziell.

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Kommunen halten noch an Wunschkandidat Schmitz fest

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