Peter Voser
„Und nun zum Geschäft“

Der bodenständige Schweizer Peter Voser wird neuer Chef des Ölmultis Royal Dutch Shell - ein Tabubruch.

LONDON. Es hat schon dramatischere Führungswechsel gegeben. Auf der Telefonkonferenz zu den jüngsten Quartalszahlen verwies Shell-Chef Jeroen van der Veer nur kurz auf die Regelung seiner Nachfolge. „Sie mögen unsere Mitteilung gesehen haben, dass Peter Voser mich als Chef ersetzen wird, wenn ich im Juni 2009 in Ruhestand gehe“, sagte er. „Ich bin sehr erfreut darüber – und nun zum Geschäft.“

Finanzchef ersetzt Vorstandschef – das ist Routine. Van der Veer und Voser haben schließlich seit 2004 gemeinsam den von einem Bilanzskandal angekratzten Ruf des Konzerns wiederhergestellt. Warum also sollte der 50-jährige Voser nicht seinen aus Altersgründen ausscheidenden Chef ersetzen? Es spricht ja nichts gegen Kontinuität, wenn alles gut läuft.

Dennoch ist Vosers Berufung keine Routine. Bei Ölkonzernen gilt eigentlich immer der Chef der Explorations- und Produktionssparte als Kronprinz. Tony Hayward etwa war das, bevor er BP-Chef wurde. Außerdem ist Voser Schweizer, und somit wäre dann weder ein Holländer noch ein Brite Chef des Zwei-Länder-Konzerns.

Der britische Explorationschef Malcolm Brinded hätte hingegen beide klassischen Kriterien erfüllt – doch er wurde es nicht. Der dritte interne Kandidat, Linda Cook, hätte die erste Frau an der Spitze eines Ölmultis werden können. Und dann gab es noch externe Kandidaten, wie es heißt. „Wir sind ein globales Unternehmen und eine Meritokratie“, sagt van der Veer dazu. „Wir achten nicht auf Nationalität, sondern auf Kompetenz und Erfahrung.“

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