Pharma
Bristol-Myers-Squibb-Chef tritt zurück

Der US-Pharmariese Bristol-Myers Squibb hat überraschend einen Wechsel an der Konzernspitze vollzogen. Der bisherige Chef Peter Dolan trete mit sofortiger Wirkung zurück, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Interimschef werde James Cornelius, ein ehemaliger Chairman der Medizintechnik-Firma Guidant.

NEW YORK. Dolan werde Bristol-Myers bei der Suche nach einem neuen Konzernchef helfen. Neben Dolan gebe auch der Chefsyndikus Richard Willard mit sofortiger Wirkung seinen Posten auf. Interims-Nachfolger auf dem Justiziar-Posten werde Sandra Leung. Die Bristol-Myers-Aktie lag nach der Nachricht an der Wall Street 1,54 Prozent im Plus bei 23,75 Dollar.

Der Führungswechsel bei Bristol-Myers folgt einer Sitzung des Aufsichtsrats, auf der der US-Bundesaufseher für den Pharmakonzern Frederick Lacey auf eine Ablösung Dolans und Willards gedrängt hatte. Hintergrund der Forderung sind Absprachen, die den Markteintritt von Generika für den lukrativen Blutverdünner Plavix verzögern sollten.

Das Ausscheiden von Dolan erfolgt nach einer Reihe von Fehlschlägen des US-Konzerns in seiner fünfjährigen Amtszeit, die dazu führten, dass der Aktienkurs des Unternehmens mehr als die Hälfte einbüßte. In seine Zeit als Konzernchef fiel unter anderem ein Bilanzskandal. Zudem wurde Bristol-Myers dafür kritisiert, bei einer Transaktion mit der Biotechfirma ImClone zu viel bezahlt zu haben. Dazu kam der Wettbewerb mit Generikaanbietern bei dem lukrativen Blutverdünner Plavix, der viel früher als erwartet einsetzte. Mit Plavix - vom Umsatz her die Nummer zwei auf dem internationalen Markt für Medikamente - verdiente Bristol-Myers zuletzt rund ein Drittel seiner Gewinne.

Der Führungswechsel sei gut für das Unternehmen, kommentierten Branchenexperten. „Ich glaube, das ist sehr positiv für Bristol-Myers“, sagte David Webster, Berater bei der Webster Consulting Group. Zwar seien die Fundamentaldaten Bristol-Myers' stark. Es habe aber eine dunkle Wolke über ihnen gehangen, zunächst mit dem Thema Großhandel und nun mit Plavix. Nach Einschätzung von Fonds-Manager Fred Burke von Johnson Lemon Asset Management hat der Aufsichtsrat das Vertrauen in Dolan verloren. „Falls sie nichts getan hätten, wäre der Aktienkurs tiefer und tiefer gefallen“, merkte er an.

Manche Experten äußerten sich aber auch kritisch zur Rolle der US-Regierung bei dem Führungswechsel. „Ich bin nicht darüber erfreut zu sehen, dass die Bundesregierung bestimmt, wer der Vorstandschef eines Unternehmens ist“, sagte Sam Isaly von Orbimed Advisors. Das sei schlecht für die USA.

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