Pharmabranche
Boehringer Ingelheim kann's besser

Fast die gesamte Pharmabranche leidet darunter, dass immer weniger neue Mittel auf den Markt kommen: Pfizer feuert den Chef, Altana steht zum Verkauf, Bayer baut um. Bei Boehringer Ingelheim ist es ruhig. Was macht der Familienkonzern anders?
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Rotwein und Spargel gedeihen hier gut. Und Pharmaunternehmen. Ingelheim am Rhein, eine Kleinstadt in der Nähe von Mainz, 26 000 Einwohner, kein ICE-Anschluss. Wenige Gehminuten vom heutigen Stadtkern entfernt liegt die Kaiserpfalz, die Karl der Große um 800 nach Christus bauen ließ.

Ausgerechnet in dieser idyllischen Umgebung ist das derzeit wachstumsstärkste Pharmaunternehmen der Welt zu Hause: Boehringer Ingelheim. Um 23 Prozent hat der Arzneimittelhersteller sein Geschäft mit verschreibungspflichtigen Atemwegs-, HIV/Aids- und Herz-Kreislauf-Medikamenten im vergangenen Jahr ausgeweitet.

Zwar ist Boehringer mit einem Umsatz von 9,5 Milliarden Euro längst nicht so groß wie die Branchenriesen Pfizer, GlaxoSmith Kline oder Novartis - beim Wachstum liegen die Rheinland-Pfälzer jedoch vorn. Und wo andere Personal abbauen, stellt Boehringer - als Einziger der größten 25 Pharmakonzerne der Welt noch in Familienbesitz - Mitarbeiter ein. Allein 1900 neue Arbeitsplätze, davon einige Hundert in Deutschland, kamen 2005 hinzu.

Offenbar hat es das Unternehmen aus der rheinland-pfälzischen Provinz besser als andere Pharmahersteller geschafft, neue Medikamente aufzubauen. "Aus der Entwicklung kommen kontinuierlich gute Präparate", sagt Michael Brückner, Partner bei der Unternehmensberatung Accenture. Während die Konkurrenz mit Umstrukturierungen und Übernahmen beschäftigt und abgelenkt ist, konzentrieren sich die Ingelheimer auf Forschung und Entwicklung und setzen statt gewagter Deals darauf, die Pipeline künftiger Medikamente selbst zu füllen. "Unser Ziel heißt Pipeline, Pipeline, Pipeline und nicht Wachstum durch Zukäufe", sagt Unternehmenschef Alessandro Banchi.

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