Pharmachef
Merck rüstet sich mit neuem Personal für die Zukunft

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck baut seine Führungsriege um: Der bisherige Pharmachef Elmar Schnee wird nach zahlreichen Rückschlägen in der Forschung von Stefan Oschmann abgelöst und die Geschäftsleitung um das Personalressort erweitert. Den neu geschaffenen Posten übernimmt Kai Beckmann.
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FRANKFURT. Das demnächst fünfköpfige Team unter dem Vorstandsvorsitzen Karl-Ludwig Kley steht vor einigen Herausforderungen: Der Produktnachschub bei den Arzneimitteln muss verbessert und der am Jahresanfang gekaufte US-Laborausrüster Millipore weiter integriert werden. Zudem zeichnet sich in der Chemiesparte beim margenträchtigen Geschäft mit den Flüssigkristallen bereits wieder eine schwächere Nachfrage ab. Merck hat zuletzt rund 7,7 Mrd. Euro Umsatz erzielt und einschließlich Millipore knapp 40 000 Mitarbeiter.

Die Pharmasparte der Darmstädter soll ab Januar der 53-jährige Oschmann voranbringen. Der gebürtige Würzburger kommt vom US-Namensvetter Merck und hat über 20 Jahre Erfahrung im internationalen Arzneimittelgeschäft. Oschmann löst Elmar Schnee ab, der offiziell aus privaten Gründen geht, dessen Abgang letztlich aber die Konsequenz aus einer Reihe von Rückschlägen in der Pharmaforschung des Dax-Konzerns ist.

So war zuletzt der wichtigste Hoffnungsträger des Pharmakonzerns, das Multiple-Sklerose-Mittel Cladribin, bei der europäischen Zulassungsbehörde gescheitert - und damit die Aussicht auf Milliardenumsätze in einem großen Therapiegebiet. Merck-Chef Karl-Ludwig Kley hatte zwar versucht, das Thema bei der Präsentation der Quartalszahlen im Oktober herunterzuspielen, und davon gesprochen, dass das Medikament intern viel weniger als Hoffnungsträger gesehen werde als in der Außenwahrnehmung. An der Tatsache, dass Merck durch die Rückschläge seine Vorreiterrolle bei neuen MS-Mitteln an Novartis verloren hat, ändert diese Interpretation aber nichts.

Für Oschmann sprich sein breiter Erfahrungsschatz in den internationalen Pharmamärkten. Der promovierte Veterinärmediziner hat ab 1989 für das US-Pharmaunternehmen Merck & Co. in verschiedenen Führungspositionen gearbeitet. Zuletzt war er als President Emerging Markets für die Wachstumsregionen verantwortlich.

Neben Oschmann wird ab April Kai Beckmann neu in die Führungsriege des mehrheitlich in Familienhand befindlichen Dax-Konzerns kommen: Beckmann, bisher als Chief Information Officer für die IT des Unternehmens verantwortlich, wird das Ressort Personal führen. Für diesen Bereich zeichnet bisher Merck-Chef Kley mitverantwortlich. Der 45-jährige Beckmann war für Merck unter anderem als Geschäftsführer in Singapur und Malaysia tätig und hat ab 2007 die Globalisierung der IT vorangetrieben.

Im Merck-Führungskreis dürften das nicht die letzten Veränderungen gewesen sein. Der Vertrag von Finanzchef Michael Becker, 62, soll im nächsten Jahr auslaufen. Ebenso der von Merck-Chef Kley, 59, der aber anscheinend seinen Vertrag noch einmal verlängern will. Offiziell gibt es dazu vom Unternehmen noch keine Aussage.

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