Phenomedia-Bilanzskandal
Moorhuhn-Manager kommen vor Gericht

Von Dienstag an müssen sich sechs ehemalige Manager des Bochumer Spiele-Entwicklers Phenomedia vor Gericht verantworten. Ein Bilanzskandal hatte die New-Economy-Firma mit ihrem populärem Moorhuhn-Computerspiel vor zweieinhalb Jahren fast zum Absturz und Aktionäre auf die Palmen gebracht.

HB BOCHUM. Auf 150 Seiten listet die Anklage Bilanzschwindel, Insiderhandel, Steuerhinterziehung und Erpressung auf. Auf der Angeklagebank müssen der frühere Phenomedia- Chef Markus Scheer, zwei Finanzvorstände, Manager von Tochterfirmen und Scheers Ehefrau Platz nehmen.

Der einstige Börsenliebling reihte sich nahtlos in die Serie von Bilanzskandalen am Neuen Markt ein. Den Vogel hatte damals der Telematik-Entwickler Comroad abgeschossen, der über Jahre fast den gesamten Umsatz gefälscht hatte. Parallen sehen die Ermittler auch zum Fall EM.TV, der mit der Verurteilung der Haffa-Brüder seinen Höhepunkt erlebte.

Der Betrug bei Phenomedia fing schon vor dem Börsenauftritt 1999 an. Den Ermittlern zufolge schönten die Manager, beflügelt vom Erfolg des Moorhuhns, noch schnell den Prospekt zum Börsengang. Dem Jagdfieber an Heim- und Büro-PCs tat das keinen Abbruch. An den Schirmen wurde geballert, was das Zeug hält. Das Huhn, das ursprünglich für eine Whiskey-Werbung kreiert wurde, eroberte die Herzen von Millionen. Mancher Unternehmer musste die Spiel-begeisterte Gemeinde sogar ermahnen.

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