Philip Hampton
Banker von Staats wegen

Eigentlich gibt es wenig, was Philip Hampton in der britischen Wirtschaft noch nicht gemacht hat. Nun soll der Mann mit dem charakteristischen kahlen Schädel die Beteiligungen des britischen Staates an den Banken beaufsichtigen.

LONDON. Eigentlich gibt es wenig, was Philip Hampton in der britischen Wirtschaft noch nicht gemacht hat. Im Moment ist der 54-Jährige Chairman der Supermarktkette Sainsbury. Davor war er Finanzvorstand, und zwar bei fast allen Unternehmen, die das Wort British im Namen tragen, British Steel, British Gas und natürlich auch British Telecom. Die waren zwar alle schon privatisiert, als Hampton anheuerte, aber am Ende landete er doch noch beim Staat.

Der Manager, der zu den angesehensten Persönlichkeiten der Londoner City gehört, soll als Chairman die neue Staatsholding UK Financial Investments (UKFI) leiten, die die Bankbeteiligungen der Labour-Regierung von Premier Gordon Brown verwaltet. Davon könnte es künftig eine ganze Menge geben. Denn Brown hat 37 Mrd. Pfund aus dem Hut gezaubert, mit denen der Staat die größten Löcher in den Bilanzen der Geldhäuser stopfen will.

Natürlich war Hampton während seiner langen Karriere selbst schon Banker, sogar zwei Mal: Seine Karriere startete der Mann mit dem charakteristischen kahlen Schädel Anfang der 80er-Jahre bei der Investmentbank Lazard und von 2002 bis 2004 leitete er das Finanzressort bei der britischen Großbank Lloyds TSB. Das trifft sich gut, denn Lloyds will gerade den durch die Finanzkrise stark angegriffenen Immobilienfinanzierer HBOS schlucken und beide Institute sollen 17 Mrd. Pfund Starthilfe vom Staat bekommen.

Wenn auf der Insel bei einem wichtigen Unternehmen der Posten eines Chefaufsehers zu vergeben ist, dann steht Hamptons Name quasi immer auf der Kandidatenliste. Das war auch so, als rebellische Aktionäre in diesem Sommer hinter den Kulissen einen neuen Chairman für die Royal Bank of Scotland (RBS) suchten. Hampton winkte zwar ab, aber jetzt wird er sich doch um das Schicksal der Bank kümmern. Denn mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung hat der Staat hat die Kontrolle über den einst so stolzen Konzern übernommen.

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