Philipp Humm, der neue Deutschland-Chef von T-Mobile, übernimmt eine schwere Aufgabe
Angeseilt in eisigen Höhen

Herausforderungen scheut Philipp Humm nicht. Darf er auch nicht: Als Deutschland-Chef des Mobilfunkers T-Mobile hat sich der 45-Jährige auf einen heißen Stuhl gesetzt. Seit Januar ist er verantwortlich für das Aushängeschild der Deutschen Telekom.

DÜSSELDORF. Der gebürtige Saarländer hat sich keine leichte Zeit für seinen Antritt ausgesucht: Der Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt nimmt zu. Der Markt ist zunehmend gesättigt, und die Anbieter kämpfen seit einigen Monaten aggressiv um neue Kunden. T-Mobile konnte bisher zwar die Marktführerschaft verteidigen – Verfolger Vodafone ist dem Spitzenreiter aber dicht auf den Fersen.

Mitten in diese Entwicklung stößt Humm, der vor zwei Wochen vom Starnberger See mit seiner Frau und den drei Kindern nach Königswinter gezogen ist. Der Manager ist nicht nur neu im Rheinland, sondern auch in der Telekommunikationsbranche. Sein direkter Widersacher, der designierte Vodafone-Deutschland-Chef Friedrich Joussen, ist dagegen ein alter Kenner im Mobilfunkgeschäft.

Humm hat deshalb in seinen ersten Wochen fleißig die einschlägigen Abkürzungen gebüffelt, Analystenberichte studiert, in Telekom-Filialen und Call-Centern gearbeitet und mit Händlern gesprochen: „Für ein Mittagessen bleibt meist keine Zeit“, sagt er.

Noch unterlaufen dem Neuling Fehler, wenn er den Branchenjargon bemüht. So bezeichnet er die Kosten für die Gewinnung neuer Kunden als „Sales Acquisition Costs“ anstatt als „Subscriber Acquisition Costs“.

Ehemalige Weggefährten sind sich trotzdem sicher, dass Humm genau der richtige Mann für die schwierige Aufgabe ist. „Er hat immer da gearbeitet, wo es viel Bewegung gab“, erzählt sein früherer Studienkollege Christoph Zinke, der heute bei der Unternehmensberatung Diamond Cluster arbeitet.

So übernimmt Humm 1998 die Geschäftsführung des Discounters Plus, der damals erhebliche Marktanteile an die Wettbewerber Aldi und Lidl verlor. Später führt er das Online-Versandhaus Amazon in die schwarzen Zahlen. „Philipp denkt sehr unternehmerisch und strukturiert“, sagt Zinke. Dennoch scheidet der Amazon-Sanierer bereits nach zwei Jahren wieder aus dem US-Konzern aus. Als Grund nennen ehemalige Kollegen fehlende Aufstiegschancen in der zentralistisch organisierten Gruppe.

Das ist bei T-Mobile anders. Dort verantwortet Humm die Vorzeigesparte des Telekom-Konzerns mit ihren 8 000 Mitarbeitern. Der rosa Riese macht mit der Verpflichtung Humms einen Schritt nach vorn: „Mobilfunk-Unternehmen versuchen, verstärkt Konsumgüter-Experten an Bord zu holen“, erklärt Berater Roman Friedrich von Booz Allen Hamilton. „Der Markt wird schwieriger und die Bedeutung von Marketing wichtiger.“

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