Piëchs Bruch mit Winterkorn
„Persönliche Gründe kann man nicht annehmen“

Was treibt Ferdinand Piëch an? Der VW-Patriarch lässt sich nicht in die Karten schauen - erst recht nicht, wenn es um den Bruch mit Konzernchef Winterkorn geht. Doch sein Biograf hat eine Idee, wie der Stratege denkt.
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FrankfurtDer Piëch-Biograf Wolfgang Fürweger sieht in dem Bruch des VW-Patriarchen mit Konzernchef Martin Winterkorn rein fachliche Gründe. „Piëch agiert sehr rational und weniger emotional als manche gerne glauben“, so der Österreicher. „Persönliche Gründe kann man nicht annehmen.“ Stattdessen vermutet Fürweger aktuelle Probleme bei der Hausmarke Volkswagen Pkw als Auslöser. „Es ist schon ein bisschen Stillstand eingetreten“, sagte er.

Die Kernmarke rund um Golf und Passat kann in den USA nicht mit der Konkurrenz mithalten - was Piëch schon deutlich bemängelte. Außerdem liegt ihr Gewinn gemessen am Umsatz weit hinter den Zielen für 2018. Zwar steuert Winterkorn mit einem milliardenschweren Sparkurs gegen, im Sommer gibt er aber die Führung der Kernmarke an den früheren BMW-Manager Herbert Diess ab.

Fürwegers Vermutung: „Vielleicht vermisst Piëch bei Winterkorn die Fähigkeit, einen strategischen Weitblick in die Realität umsetzen zu können.“ In dem Fall könne Winterkorn für Piëch aus fachlicher Sicht nicht nächster Chefaufseher werden. „Das strategische Ziel ist sicherlich zu verhindern, dass Winterkorn der nächste VW-Patriarch wird“, sagte Fürweger.

Piëch ist Großaktionär und Aufsichtsratschef bei VW, Winterkorn sein „Ziehsohn“. Er galt lange Zeit als Nachfolger Piëchs an der Spitze des Aufsichtsrates. Doch der Patriarch (77) entzog Winterkorn (67) öffentlich das Vertrauen. Dem „Spiegel“ sagte Piëch: „Ich bin auf Distanz zu Winterkorn“.

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