Pierre Pringuet
„Ich bin so glatt wie ein Apfel“

Pierre Pringuet rückt als erster Externer an die Spitze des Spirituosenkonzerns Pernod Ricard.

PARIS. Er redet nicht gerne über sich. Wer Pierre Pringuet fragt, bekommt eigenwillige und widersprüchliche Antworten: „Ich bin so glatt wie ein Apfel“ oder „Ich bin wie ein Bär“. Dann lacht er. Die Wahrheit dürfte irgendwo dazwischen liegen.

In Zukunft wird man sicher mehr über ihn erfahren. Der 58-jährige, zurückhaltende Franzose mit dem schmalen Gesicht, den grauen Haaren und der feinen Metallbrille ist seit gestern der neue Chef von Pernod Ricard, der weltweiten Nummer zwei unter den Spirituosenkonzernen.

Er ist das Gegenteil seines Vorgängers Patrick Ricard (63), der seiner bisherigen Nummer zwei die Leitung des französischen Unternehmens mit einem Jahresumsatz von 6,79 Milliarden Euro übergibt. Der joviale, rundliche Patrick Ricard wirkt so, als würde er gut hinter eine Bar passen. Pierre Pringuet dagegen ist ein moderner Managertyp und steht stellvertretend für das Ende einer Epoche bei Pernod Ricard. Zum ersten Mal leitet ein Außenstehender das Unternehmen, an dem die Gründerfamilie noch immer zwölf Prozent hält.

Pringuets Kritiker im Konzern sprechen von einem „Imagedefizit“. Doch Patrick Ricard lässt keine Zweifel daran, dass er der Richtige ist: „Er hat mein ganzes Vertrauen, das meiner Familie und des Verwaltungsrats.“ Der „kreative“ Pringuet könne die Gruppe weiterentwickeln. Schon seit langem wird der zweifache Familienvater als Nachfolger von Patrick Ricard gehandelt. Der Absolvent der Eliteuniversität Ecole des Mines arbeitete sechs Jahre im Staatsdienst, unter anderem im Landwirtschaftsministerium als Berater, bevor er 1987 beim Spirituosenkonzern anfing und im Jahr 2000 zur Nummer zwei aufstieg. Den Wechsel in die Privatwirtschaft begründet er so: „Ich bin kein Technokrat.“

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