Plädoyer
Staatsanwalt: Mannesmann-Angeklagte sind schuldig

Die Staatsanwaltschaft hat im Prozess um die Millionen-Abfindungen für frühere Mannesmann-Manager ihre Untreue-Vorwürfe gegen die sechs Angeklagten, unter ihnen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, bekräftigt.

HB DÜSSELDORF. "Die Angeklagten handelten vorsätzlich und schuldhaft", sagte Staatsanwalt Johannes Puls zum Auftakt des voraussichtlich zweitägigen Schlussplädoyers der Anklage am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landgericht. Die Zahlung der umstrittenen Millionen-Prämien und-Abfindungen, die bei der Übernahme von Mannesmann durch den britischen Konkurrenten Vodafone vor vier Jahren geflossen waren, hätten nur im Interesse der Beschuldigten und nicht im Interesse des Unternehmens gelegen. Zudem seien die Beschlussgrundlagen für die Zahlungen nichtig gewesen.

In dem Ende Januar begonnenen Prozess wird voraussichtlich noch im Juli ein Urteil ergehen. Die Anwälte der sechs Angeklagten hatten immer wieder die Unschuld ihrer Mandanten betont. Ackermanns Anwälte und andere Verteidiger rechnen mit Freisprüchen. Grund dafür sind Aussagen des Gerichts von Ende März. Damals hatte die Kammer in einer Zwischenbilanz erklärt, der Vorwurf der Untreue habe sich nicht erhärtet.

Anders als die Kammer in der Zwischenbilanz erklärt hatte, gehe die Staatsanwaltschaft aber davon aus, dass die Angeklagten vorsätzlich und schuldhaft gehandelt hätten, unterstrich Puls und versuchte damit, das Gericht doch noch umzustimmen. Beweisen wolle er dies vor allem durch Indizien. Das über fünfmonatige Verfahren habe nicht "den Zeugen" gebracht, um Schuld oder Unschuld zu beweisen. "Dieses Strafverfahren ist ein Indizienverfahren", betonte Puls.

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