Playboy-Gründer Hugh Hefner
"Heute würde ich eine Internetfirma gründen"

Hugh Hefner, Playboy-Gründer, hat eine neue Strategie für sein Unternehmen: Lizenzgeschäfte - vor allem in Schwellenländern - soll die Marke mit dem Bunny aus den roten Zahlen führen.
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LondonAuf dem rechten Ohr hört er nicht mehr gut. Wenn er sich von einem Stuhl erhebt, kann er auch etwas Hilfe gut gebrauchen. Ansonsten pflegt Hugh Hefner sein Image als Playboy noch immer unverdrossen: im schwarzen Seidenschlafanzug, darüber einem roten Hausmantel empfängt er seine Besucher in einer Hotelsuite im Londoner Westen. Zwei Blondinnen, darunter auch seine künftige Frau Crystal Harris, sind stets in seiner Nähe und laufen zwischendurch durch das Zimmer.

Der 85-Jährige Playboy-Gründer ist für ein paar Tage in die britische Hauptstadt gekommen, um den neuen Playboy-Club offiziell zu eröffnen. Das Geschäft mit Clubs und Spielsalons ist Teil der neuen Playboy-Strategie, um die Krise hinter sich zu lassen.

Vor drei Monaten hat Hefner sein Imperium, die Playboy Enterprise Inc., von der Börse genommen. Er hat jetzt wieder die komplette Kontrolle und große Pläne: Er will die Marke mit dem Bunny, die er 1953 am Küchentisch seines Apartments erfand, aus den roten Zahlen führen - vor allem mit Hilfe von Lizenzgeschäften. Mit seinen Playboy-Clus will er in erster Linie in Schwellenländer vorstoßen und seine Hochzeit mit der 25-jährigen Crystal Harris vermarkten.

2010 machte Playboy bei einem Umsatz von 215 Millionen Dollar einen Verlust von 48,5 Millionen Dollar. Der Grund sind schrumpfende Werbeerlöse. Aber Hefner räumt auch offen ein, dass der Playboy das Onlinegeschäft verschlafen hat: "Wir waren zwar das erste Magazin, das das Internet nutzte, aber leider haben wir nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.“ Würde er heute ein Unternehmen gründen, würde er es anders angehen: "Ich würde wahrscheinlich irgendwas machen, was mit dem Internet zu tun hat."

Von der Print-Ausgabe des Playboy-Magazins will er sich dennoch nicht trennen - und das obwohl die Auflage kontinuierlich sinkt. "Das Playboy-Magazin ist das Herz des Unternehmens", sagt Hefner.

1972 hatte das Magazin, für das auch Schriftsteller wie Norman Mailer und Vladimir Nabokov Beiträge geliefert haben, seine besten Zeiten. Es erreichte in den USA eine Spitzenauflage von mehr als sieben Millionen, heute findet das Heft dort nur noch 1,5 Millionen Käufer.

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